Verzenios® Abemaciclib

Die folgenden Informationen werden als Antwort auf Ihre Anfrage zur Verfügung gestellt und können Informationen über Dosierung, Formulierungen und Bevölkerungsgruppen enthalten, die sich von der Zulassung unterscheiden.

Verzenios® (Abemaciclib): Anwendung bei Patienten mit Eingeschränkter Nierenfunktion

Es ist keine Dosisanpassung erforderlich bei Patientinnen mit leichter oder mittelschwerer Einschränkung der Nierenfunktion.

Anpassung der Dosierung

Bei Patientinnen mit schwerer Einschränkung der Nierenfunktion sollte die Anwendung mit Vorsicht und einer engmaschigen Überwachung auf Anzeichen von Toxizität erfolgen.1

Es ist keine Dosisanpassung erforderlich bei Patientinnen mit leichter oder mittelschwerer Einschränkung der Nierenfunktion. Zur Anwendung von Abemaciclib bei Patientinnen mit schwerer Einschränkung der Nierenfunktion, terminaler Niereninsuffizienz oder bei dialysepflichtigen Patientinnen liegen keine Daten vor.1

Eine leichte oder mittelschwere Einschränkung der Nierenfunktion hatte in einer PopPK-Auswertung keinen Einfluss auf die Abemaciclib-Exposition.2

Die PopPK-Auswertung berücksichtigte 989 Patienten.

  • 383 Patienten zeigten eine leichte Einschränkung der der Nierenfunktion (60 ml/min ≤ CrCL < 90 ml/min) und

  • 127 Patienten zeigten eine mittelschwere Einschränkung der Nierenfunktion (30 ml/min ≤ CrCL < 60 ml/min).2

Metabolismus und Elimination

Die renale Clearance von Abemaciclib und seinen Metaboliten ist gering.1 

Eine leichte oder mittelschwere Einschränkung der Nierenfunktion hatte keinen Einfluss auf die Abemaciclib-Exposition. Es liegen keine Daten zu Patienten mit schwerer Nierenfunktionseinschränkung, Nierenerkrankung im Endstadium oder dialysepflichtigen Patienten vor.1

Der hepatische Metabolismus ist der Hauptweg der Clearance von Abemaciclib. Die Metabolisierung von Abemaciclib zu diversen Metaboliten erfolgt primär über Cytochrom P450 (CYP) 3A4. Die primäre Biotransformation ist die Hydroxylierung zu einem Metaboliten, der mit einer AUC von 77 % des Ausgangsarzneimittels zirkuliert. Darüber hinaus zirkulieren N-Desethyl- und N-Desethylhydroxy-Metaboliten bei AUCs, die 39 % bzw. 15 % des Ausgangsarzneimittels ausmachen. Diese zirkulierenden Metaboliten sind mit einer ähnlichen Stärke wie Abemaciclib aktiv.1

Das geometrische Mittel der hepatischen Clearance (CL) von Abemaciclib betrug 21,8 l/h (39,8 % CV), und die mittlere Plasma-Eliminationshalbwertszeit von Abemaciclib bei Patienten betrug 24,8 Stunden (52,1 % CV). Nach einer oralen Einzeldosis [14C]-Abemaciclib wurde etwa 81 % der Dosis über den Stuhl und 3,4 % über den Urin ausgeschieden. Der größte Teil der über den Stuhl eliminierten Dosis bestand aus Metaboliten.1

Wirkung auf den Serum-Kreatinin-Wert

Auch wenn es sich dabei nicht um eine Toxizität handelt, führte die Behandlung mit Abemaciclib zu einem Anstieg der Kreatinin Serumwerte bei    

  • 98,3 % der Patientinnen (basierend auf Laborbefunden)

  • bei 1,9 % Grad 3 oder 4 (basierend auf Laborbefunden).1 

Es zeigte sich, dass Abemaciclib zu einem Anstieg der Kreatinin-Serumwerte durch Hemmung renaler tubulärer sekretorischer Transporter führte ohne Einfluss auf die glomeruläre Filtration (gemessen anhand der Iohexol-Clearance).1

In den klinischen Studien MONARCH 2 und MONARCH 3 war der Anstieg der Kreatinin-Serumwerte die häufigste Laborabnormalität, welche in 97% beziehungsweise 96% der Patienten mit einem Grad 1 oder Grad 2 Event gemeldet wurden.3,4

In gesunden Probanden stiegen die maximalen Kreatininwerte im Mittel auf etwa 20% bis 35% über die Baseline Werte und traten etwa nach 24 Stunden Postdosis auf. Sie gingen nach etwa 336 Stunden (14 Tage) Postdosis zurück.2

In klinischen Studien stiegen Kreatinin-Serumwerte

  • im ersten Monat der Behandlung mit Abemaciclib

  • blieben während der Therapie zwar erhöht, aber stabil.

  • waren nach Therapieende reversibel und gingen nicht mit Veränderungen der Nierenfunktionsmarker wie Blutkonzentrationen von Harnstoff und Cystatin C oder der berechneten glomerulären Filtrationsrate auf Basis von Cystatin C einher.1

Als Alternative zur Messung der Nierenfunktion anhand von Serumkreatinin oder Kreatinin-basierten Schätzungen sollten andere Messungen eingesetzt werden (zum Beispiel Cystatin C), wenn

  • der Serumkreatininwert nach dem ersten Zyklus progressiv ansteigt

  • andere Hinweise auf eine Nierenschädigung vorliegen (z. B. Proteinurie oder ähnliches), oder

  • bei einer Patientin ein präzise Bestimmung der GFR erforderlich ist (zum Beispiel bei Begleitmedikation mit Substanzen, die die Nierenfunkton beeinflussen).5,6

Kreatinin zur Messung der Nierenfunktion kann bei diesen Patientinnen ungenau sein.2,5,6

Cystatin C ist ein kleines Protein, das von kernhaltigen Zellen produziert wird und sich in Körperflüssigkeiten findet, auch im Serum. Es bildet sich mit konstanter Rate und wird aufgrund seiner geringen Größe frei glomerulär filtriert. Cystatin C wird nicht sezerniert und wird vollständig resorbiert und abgebaut durch die renalen Tubuli .7  Für Cystatin C wurde im Vergleich zu Kreatinin übereinstimmend eine größere Korrelation mit den Standardmesswerten der GFR gefunden.8

Die Bestimmung von Cystatin C im Serum oder Plasma ist ein automatisierter Test der leicht verfügbar ist und keine besondere Bearbeitung oder Behandlung der Blutprobe erfordert.9

Referenzen

1. Verzenios [Fachinformation]. Eli Lilly Nederland B.V., Niederlande.

2. Data on file, Eli Lilly and Company and/or one of its subsidiaries.

3. Sledge GW, Toi M, Neven P, et al. MONARCH 2: Abemaciclib in combination with fulvestrant in women with HR+/HER2- advanced breast cancer who had progressed while receiving endocrine therapy. J Clin Oncol. 2017;35(25):2875-2884. http://dx.doi.org/10.1200/JCO.2017.73.7585.

4. Goetz MP, Toi M, Campone M, et al. MONARCH 3: Abemaciclib as initial therapy for advanced breast cancer. J Clin Oncol. 2017;35(32):3638-3646. https://doi.org/10.1200/jco.2017.75.6155.

5. Milburn J, Jones R, Levy JB. Renal effects of novel antiretroviral drugs. Nephrol Dial Transplant. 2017;32(3):434-439. https://doi.org/10.1093/ndt/gfw064

6. Shlipak MG, Matsushita K, Ärnlöv J, et al. Cystatin C versus creatinine in determining risk based on kidney function. N Eng J Med. 2013;369(10):932-943. https://doi.org/10.1056/NEJMoa1214234

7. Chew JSC, Saleem M, Florkowski CM, George PM. Cystatin C – a paradigm of evidence based laboratory medicine. Clin Biochem Rev. 2008;29(2):47-62. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2533150/

8. Inker LA, Schmid CH, Tighiouart H, et al. Estimating glomerular filtration rate from serum creatinine and cystatin C. N Engl J Med. 2012;367(1):20-29. https://doi.org/10.1056/NEJMoa1114248

9. Shlipak MG, Mattes MD, Peralta CA. Update on cystatin C: incorporation into clinical practice. Am J Kidney Dis. 2013;62(3):595-603. https://doi.org/10.1053/j.ajkd.2013.03.027

Glossar

CG = Cockroft-Gault

CrCL = creatinine clearance, Kreatinin-Clearance

CV = coefficient of variation, Variationskoeffizient

CYP = cytochrome P450

GFR = glomerular filtration rate, glomeruläre Filtrationsrate

PopPK = population pharmacokinetic , Populationspharmacokinetic

t1/2 = half-life, Halbwertszeit

Datum der letzten Prüfung: 2018 M07 30

Fragen Sie Lilly

Rufen Sie uns an

(montags bis freitags von 8.30 Uhr bis 16.30 Uhr)
Medizinische Information
06172-273-2222
Feedback
(08 00) 5 45 59 77
Ihre Meinung ist uns wichtig. Wir freuen uns auf Ihre Wünsche, Anregungen oder auch Kritik.

Weitere Kontaktmöglichkeiten

Live Chat montags bis freitags von 8.30 Uhr bis 16.30 Uhr

Kontaktformular