Trulicity® Dulaglutid

Die folgenden Informationen werden als Antwort auf Ihre Anfrage zur Verfügung gestellt und können Informationen über Dosierung, Formulierungen und Bevölkerungsgruppen enthalten, die sich von der Zulassung unterscheiden.

Trulicity® (Dulaglutid): Pankreatitis

Es wurden 3 Fälle einer akuten Pankreatitis bestätigt, bei Patienten, die Dulaglutid (0,85 / 1000 Patientenjahre) einnahmen, gegenüber einem Fall in der Placebogruppe (3,52 / 1000 Patientenjahre).

Informationen aus der Fachinformation

Der Einsatz von GLP-1 Rezeptor-Agonisten wurde mit dem Risiko einer akuten Pankreatitis assoziiert. In klinischen Studien wurde akute Pankreatitits in Verbindung mit Dulaglutid berichtet.1

Patienten sollten über die charakteristischen Symptome einer akuten Pankreatitis aufgeklärt werden. Besteht Verdacht auf Pankreatitis, muss Dulaglutid abgesetzt werden. Ist die Diagnose der Pankreatitis bestätigt worden, darf die Dulaglutid-Behandlung nicht wieder aufgenommen werden. Fehlen andere Anzeichen und Symptome einer akuten Pankreatitis, sind erhöhte Pankreasenzym-Werte allein bezüglich einer akuten Pankreatitis nicht prädiktiv.1

Detaillierte Informationen

Die Anwendung von Dulaglutid wurde bei Patienten mit Pankreatitis in der Vorgeschichte nicht untersucht. Bei Pankreatitis in der Vorgeschichte, sollte eine andere antihyperglykämische Therapie in Betracht gezogen werden.2

Nach Beginn der Therapie mit Dulaglutid solllten die Patienten sorgfältig auf die Symptome einer Pankreatitis untersucht werden, einschließlich persistierender starker Bauchschmerzen.2

Besteht nach Beginn der Therapie mit Dulaglutid der Verdacht auf eine Pankreatitis, sollte die Therapie sofort beendet werden. Wird eine Pankreatitis bestätigt, sollte die Therapie mit Dulaglutid nicht fortgesetzt werden. 2

 

Pankreatitis im klinischen Dulaglutid-Programm

Die pankreatische Sicherheit von Dulaglutid wurde in einer integrierten Analyse von 4 Phase-2- und 5 Phase-3-Studien an 6005 Patienten mit Typ-2-Diabetes mellitus (T2DM) untersucht.3

In der integrierten Analyse wurden insgesamt 203 Ereignisse bei 151 Patienten beurteilt. Pankreatitis wurde bei 9 Patienten bestätigt, darunter

  • 5 Patienten mit Dulaglutid

  • 3 Patienten mit Sitagliptin und

  • 1 Patient mit Placebo.3

Alle 5 Patienten, die Dulaglutid erhielten, hatten zu Beginn der Behandlung mit Dulaglutid erhöhte Pankreasenzyme.3

Akute Pankreatitis

Von den 9 Patienten mit bestätigter Pankreatitis hatten 7 Patienten eine akute Pankreatitis, einschließlich

  • 3 Patienten mit Dulaglutid

  • 3 Patienten mit Sitagliptin und

  • 1 Patient mit Placebo.3

Die Art der Pankreatitis war bei einem der 3 Patienten, die Dulaglutid erhielten, unbestimmt. Für die Zwecke der Datenanalyse wurde dieser Fall konservativ als „akut“ eingestuft. Bei der Beurteilung der Risikofaktoren für eine akute Pankreatitis hatte dieser Patient eine Cholelithiasis.3

Die expositionsbereinigten Inzidenzraten für akute Pankreatitis betrugen

  • 0,85 Patienten / 1.000 Patientenjahre in der Dulaglutid-Gruppe

  • 4,71 Patienten / 1.000 Patientenjahre in der Sitagliptin-Gruppe und

  • 3,52 Patienten / 1.000 Patientenjahre in der Placebogruppe.3

Chronische Pankreatitis

Zusätzlich zu den drei oben genannten Fällen einer akuten Pankreatitis traten bei Patienten unter Dulaglutid zwei Fälle einer chronischen Pankreatitis auf. Die expositionsbereinigte Inzidenzrate für chronische Pankreatitis betrug 0,57 Patienten / 1.000 Patientenjahre in der Dulaglutid-Gruppe.3

Pankreasenzyme

Während der Behandlung mit Dulaglutid waren die Veränderungen der Pankreasenzyme dosisabhängig und bei 1,5 mg Dulaglutid höher als bei 0,75 mg Dulaglutid.3

Die mittleren Veränderungen der Lipase mit 1,5 mg Dulaglutid lagen im Bereich von 5,0 bis 7,0 Einheiten / l und für 0,75 mg Dulaglutid im Bereich von 3,0 bis 5,0 Einheiten / l.  Die mittleren Werte der Lipase erhöhten sich auch mit Sitagliptin, Exenatid 2x tägl. und Metformin. Ein kleiner Rückgang der mittleren Lipase-Werte wurde bei Insulin glargin beobachtet. Ein kleiner Rückgang bis zu keinen Veränderungen wurden mit Placebo beobachtet. 3

 

Die medianen Veränderungen der p-Amylase waren niedriger als die medianen Veränderungen der Lipase und lagen im Bereich von 3,0 bis 5,0 Einheiten / l mit 1,5 mg Dulaglutid und 2,0 bis 4,0 Einheiten / l mit 0,75 mg Dulaglutid. Die mittleren Werte der p-Amylase erhöhten sich auch mit Sitagliptin, Exenatid 2x tägl., Metformin und Insulin glargin. Mit Placebo wurden keine Veränderungen der mittleren p-Amylase-Werte beobachtet. 3

 

Bei Patienten, die Dulaglutid erhielten, kehrten die erhöhten Pankreasenzyme bei der letzten Visite, die 4 Wochen nach Absetzen der Behandlung erfolgte, in die Nähe des Ausgangswertes zurück. Routinemäßige Pankreasenzymtests bei asymptomatischen Patienten im klinischen Umfeld hatten nur einen begrenzten klinischen Wert und sagten das Auftreten einer akuten Pankreatitis nicht voraus.3

Pankreatitis in der REWIND Studie

Die REWIND Studie (Researching Cardiovascular Events with a Weekly INcretin in Diabetes) war eine Ereignis-gesteuerte, randomisierte, doppelblinde Studie Phase 3 zu Dulaglutid 1,5 mg einmal wöchentlich versus Placebo, angewendet zusätzlich zum Behandlungsstandard. Eingeschlossen wurden Erwachsene mit T2DM und gesicherter CV Erkrankung und/oder Risikofaktoren. Endpunkt war ein kombinierter MACE-3 Endpunkt.4,5

Dulaglutid 1,5 mg reduzierte MACE-3 signifikant im Vergleich zu Placebo (HR = 0,88 [95 % CI 0,79, 0,99]; p = 0,026) mit Abnahme von CV Ereignissen und zeigte Sicherheit in einer Population, in der die Mehrzahl der Patienten keine gesicherte CV Erkrankung aufwiesen. 5

Die Fälle von vorab festgelegten Nebenwirkungen wie Pankreatitis unterschieden sich nicht signifikant zwischen den Dulaglutid- und Placebo-Behandlungsgruppen (Tabelle 1 ).5

Tabelle 1. Akute Pankreatitis in der REWIND Studie zu Dulaglutid5

 

Dulaglutid
(n=4949)

Placebo
(n=4952)

P Wert

Akute Pankreatitisa

23

13

0.11

Pankreas-Bild und Enzymeb

4

3

0.71

Pankreas-Bild, Enzyme und Symptomec

4

3

.071

Abkürzungen: REWIND = Researching cardiovascular Events with a Weekly INcretin in Diabetes.

a Auf Basis des ersten Auftretens einer akuten Pankreatitis, diagnostiziert anhand mindestens zwei von drei Diagnosekriterien (Symptome, erhöhte Pankreasenzyme und abweichendes Pankreas-Bild).

b Untergruppe von Patienten mit akuter Pankreatitis, die sowohl erhöhte Pankreasenzyme als auch ein abnormales Pankreasbild aufwiesen.

c Untergruppe von Patienten mit akuter Pankreatitis mit erhöhten Pankreasenzymen, abnormalem Pankreasbild und Symptomen.

Referenzen

1. Trulicity [Fachinformation]. Eli Lilly Nederland B.V., Niederlande.

2. Data on file, Eli Lilly and Company and/or one of its subsidiaries.

3. Nauck MA, Frossard JL, Barkin JS, et al. Assessment of pancreas safety in the development program of once-weekly GLP-1 receptor agonist dulaglutide. Diabetes Care. 2017;40(5):647-654. http://dx.doi.org/10.2337/dc16-0984

4. Gerstein HC, Colhoun HM, Dagenais GR, et al. REWIND Trial Investigators. Design and baseline characteristics of participants in the Researching cardiovascular Events with a Weekly INcretin in Diabetes (REWIND) trial on the cardiovascular effects of dulaglutide. Diabetes Obes Metab. 2018;20(1):42-49. https://doi.org/10.1111/dom.13028

5. Gerstein HC, Colhoun HM, Dagenais GR, et al. Dulaglutide and cardiovascular outcomes in type 2 diabetes (REWIND): a double-blind, randomised placebo-controlled trial. The Lancet. 2019;394(10193):121-130. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(19)31149-3

Glossar

AE = Unerwünschtes Ereignis (adverse event)

CV = kardiovaskulär (cardiovascular)

GLP-1 = Glucagon-like Peptide-1

HR = Hazard-Rate (hazard ratio)

MACE-3 = schweres, unerwünschtes kardiovaskuläres Ereignis (CV Tod, nicht-tödlicher Myokardinfarkt oder nicht-tödlicher Schlaganfall) 

REWIND = Researching cardiovascular Events with a Weekly INcretin in Diabetes

T2DM = Typ 2 Diabetes mellitus

Datum der letzten Prüfung: 2019 M11 06

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