Olumiant® Baricitinib

Die folgenden Informationen werden als Antwort auf Ihre Anfrage zur Verfügung gestellt und können Informationen über Dosierung, Formulierungen und Bevölkerungsgruppen enthalten, die sich von der Zulassung unterscheiden.

Olumiant® (Baricitinib): Unerwünschte Ereignisse und Veränderungen der Analysewerte im renalen Zusammenhang

Während der Behandlung mit Baricitinib wurden geringfügige, reversible und dosisabhängige Erhöhungen des Serumkreatinins beobachtet.

Information gemäß Fachinformation

Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance zwischen 30 und 60 ml/min beträgt die empfohlene Dosis 2 mg einmal täglich. Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance < 30 ml/ min wird die Anwendung von Baricitinib nicht empfohlen.1

Baricitinib induzierte nach zwei Behandlungswochen einen mittleren Anstieg des Serumkreatininlevels von 3,8 μmol/l verglichen mit Placebo, der dann bis zu 104 Behandlungswochen stabil blieb. Dies wird möglicherweise durch eine Inhibierung der Kreatininsekretion in den Nierentubuli verursacht. Infolgedessen könnte die geschätzte glomuläre Filtrationsrate basierend auf dem Serumkreatinin etwas niedriger sein, ohne dass tatsächlich eine Minderung der Nierenfunktion besteht oder renale Nebenwirkungen eintreten.1

Unerwünschte Ereignisse im Zusammenhang mit den Nieren

Die expositionsbereinigten Inzidenzraten wurden als die Anzahl der Patienten mit einem Ereignis pro 100 Patientenjahren der Expositionszeit berechnet, wobei die Exposition zum Zeitpunkt des Ereignisses nicht zensiert wurde.2

7 Studien umfassender, Placebo-kontrollierter Datensatz

Beschreibung

Der 7 Studien umfassende gepoolte Datensatz beinhaltet Patienten mit RA, welche auf BARI 4 mg (N=1142, PYE=471,8) oder Placebo (N=1215, PYE=450,8) in den 3 Phase 2-Studien und 4 Phase 3-Studien (RA-BEAM, RA-BUILD, RA-BEACON und RA-BALANCE) randomisiert worden waren. Patienten in der Placebo-Gruppe konnten als Begleitmedikation MTX oder andere konventionelle DMARDs einnehmen. Die Untersuchungszeiträume umfassten

  • den 12 Wochen andauernden Placebo-kontrollierten Zeitraum in den Phase 2-Studien

  • die 16 Wochen der zugewiesenen Behandlung vor der Möglichkeit einer Rescue-Therapie in den Phase 3-Studien und

  • die 24 Wochen der zugewiesenen Behandlung oder bis Rescue in den Phase 3-Studien.2,3

Daten zu BARI 2 mg (N=479, PYE=185,8) stammen aus 4 dieser Studien, in denen sowohl BARI 2 mg als auch BARI 4 mg während der Randomisierung (2 Phase 2-Studien sowie RA-BUILD und RA-BEACON) möglich waren.2,3

Unerwünschte Ereignisse

Während der 24 Wochen der zugewiesenen Behandlung oder bis zur Rescue-Therapie betrug der Anteil der Patienten mit einem renal-assoziierten TEAE

  • 2,6% (EAIR=6,4) in der BARI 4-mg Gruppe

  • 2,1% (EAIR=5,4] in der BARI 2-mg Gruppe und

  • 1,9% (EAIR=5,1) in der Placebo Gruppe.4

4 Studien umfassender Datensatz

Beschreibung

Der erweiterte Datensatz umfasst Patienten mit RA, welche auf BARI 4 mg (N=479, PYE=698,6) oder BARI 2 mg (N=479, PYE=675,6) in 2 Phase 2- und 2 Phase 3-Studien (RA-BUILD, RA-BEACON) und 1 Langzeit-Erweiterungsstudie (RA-BEYOND) randomisiert worden waren. Der Untersuchungszeitraum beinhaltet die Randomisierung bis zur letzten verfügbaren Beobachtung einschließlich der Erweiterungsdaten bis zum 13. Februar 2018, wenn nicht anders angegeben. Die Daten wurden bei Rescue oder bei Änderung der Dosierung zensiert.2,3

Unerwünschte Ereignisse

Bis zum 13. Februar 2018 betrug der Anteil an Patienten mit einem renal-assoziierten TEAE

  • 4,4% (EAIR=3,1) in der BARI 2-mg Gruppe und

  • 4,8% (EAIR=3,3) in der BARI 4-mg Gruppe.4

All BARI RA Datensatz

Beschreibung

Der All BARI RA Analyse-Datensatz umfasst 3770 Patienten mit RA, welche BARI in unterschiedlichen Dosierungen in 1 Phase 1-, 3 Phase 2- und 5 Phase 3-Studien (RA-BEGIN, RA-BEAM, RA-BUILD, RA-BEACON und RA-BALANCE) erhalten haben. Die Daten schließen die Langzeit-Erweiterungsstudie (RA-BEYOND) mit

  • Daten bis zum 13. Februar 2018 und

  • 10.127 PYE mit ein.2,3

Unerwünschte Ereignisse

Bis zum 13. Februar 2018 wurden renal-assoziierte TEAEs bei 232 (6,2%, EAIR=2,3) Patienten gemeldet. Diese Ereignisse umfassten

  • 26 (EAIR=0,3) Fälle einer eingeschränkten Nierenfunktion

  • 17 (EAIR=0,2) Fälle von Nierenversagen

  • 14 (EAIR=0,1) Fälle von akutem Nierenversagen und

  • 13 (EAIR=0,1) Fälle einer chronischen Nierenerkrankung.4

Von diesen Ereignissen wurden

  • 30 (0,8%) als SAE gemeldet

  • 25 (0,7%) führten zu einer zeitweisen Unterbrechung der Studienmedikation und 

  • 3 (0,1%) führten zu einem permanenten Abbruch der Studienmedikation.4

Mittlere Serumkreatinin-Werte

5 Studien umfassender, gepoolter Datensatz

Beschreibung

Der 5 Studien umfassende, gepoolte Datensatz umfasst Patienten mit RA, welche auf BARI 4 mg oder Placebo in 1 Phase 2-Studie und 4 Phase 3-Studien (RA-BEAM, RA-BUILD, RA-BEACON und RA-BALANCE) randomisiert worden waren. Der Datensatz beinhaltet die Langzeit-Erweiterungsstudie (RA-BEYOND) mit Daten bis zum 13. Februar 2018.4

Die BARI 2 mg Daten wurden aus 3 dieser Studien gepoolt, in denen sowohl BARI 2 mg als auch BARI 4 mg während der Randomisierung möglich waren (1 Phase 2-Studien sowie RA-BUILD und RA-BEACON).4

Mittlere Veränderung des Serumkreatinins

In dem aus 5 Studien gepoolten Datensatz betrug die Veränderung im LSM (SE) des Serumkreatinins von Studienbeginn bis Woche 24

  • 5,8 (0,3) μmol/L in der BARI 4-mg Gruppe (n=994)

  • 4,3 (0,5) μmol/L in der BARI 2-mg Gruppe (n=412) und

  • 0,0 (0,0) μmol/L in der Placebo Gruppe (n=617).4

Reversibilität des erhöhten Serumkreatinins

Bei Patienten mit mindestens 1 Follow-up Beobachtung nach der letzten Dosis BARI (n=666 bis 10. August 2015), nahmen die mittleren (SD) und die medianen Kreatinin-Werte im Vergleich mit dem letzten während der Behandlung gemessenen Werten Richtung Ausgangswert ab: Mittlere Veränderung  = -3,1 (11,1) μmol/L; Mediane Veränderung = -3,0 μmol/L.4

Mechanismus der Erhöhungen des Serumkreatinins während der Anwendung von Baricitinib

In vitro Experimente lassen vermuten, dass BARI kompetitiv die tubuläre Sekretion von Kreatinin inhibiert. Der Mechanismus der geringfügigen, reversiblen und dosisabhängigen Erhöhungen des Serumkreatinins, die unter der Behandlung mit BARI beobachtet wurden, wurde nicht vollständig charakterisiert.4,5

Referenzen

1. Olumiant [Fachinformation]. Eli Lilly Nederland B.V., Niederlande.

2. Genovese MC, Smolen JS, Takeuchi T, et al. Safety profile of baricitinib for the treatment of rheumatoid arthritis up to 7 years: an updated integrated safety analysis. Presented as an oral presentation at: European League Against Rheumatism (EULAR) Annual Meeting; June 12-15, 2019; Madrid, Spain.

3. Genovese MC, Smolen JS, Takeuchi T, et al. Safety profile of baricitinib for the treatment of rheumatoid arthritis up to 7 years: an updated integrated safety analysis. Ann Rheum Dis. 2019;78(2):308-309. http://dx.doi.org/10.1136/annrheumdis-2019-eular.691

4. Data on file, Eli Lilly and Company and/or one of its subsidiaries.

5. Zhang Y, Warren MS, Zhang X, et al. Impact on creatinine renal clearance by the interplay of multiple renal transporters: a case study with INCB039110. Drug Metab Dispos. 2015;43(4):485-489. http://dx.doi.org/10.1124/dmd.114.060673

Glossar

BARI = Baricitinib

DMARD = Disease-Modifying Antirheumatic Drug

EAIR = Exposure-Adjusted Incidence Rate; expositionsbereinigte Inzidenzrate

LSM = Least Squares Mean

MTX = Methotrexat

PYE = Patient-Years of Exposure; Patientenjahre der Exposition

RA = Rheumatoide Arthritis

SAE = Serious Adverse Event; schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis

TEAE = Treatment-Emergent Adverse Event; während der Behandlung aufgetretenes unerwünschtes Ereignis

Datum der letzten Prüfung: 2019 M03 14

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