Olumiant® Baricitinib

Die folgenden Informationen werden als Antwort auf Ihre Anfrage zur Verfügung gestellt und können Informationen über Dosierung, Formulierungen und Bevölkerungsgruppen enthalten, die sich von der Zulassung unterscheiden.

Olumiant® (Baricitinib): Risiko und COVID-19 als Begleiterkrankung bei Patienten mit rheumatoider Arthritis

Lilly hat die Anwendung von Baricitinib bei Patienten mit RA und COVID-19 oder bei RA Patienten mit Risiko für eine Coronavirus-Infektion nicht untersucht.

Anwendungsgebiet Baricitinib

Baricitinib ist angezeigt zur Behandlung von mittelschwerer bis schwerer aktiver rheumatoider Arthritis bei erwachsenen Patienten, die auf eine vorangegangene Behandlung mit einem oder mehreren krankheitsmodifizierenden Antirheumatika (DMARDs) unzureichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben.1

Baricitinib ist nicht zur Behandlung von COVID-19 indiziert.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bezüglich Infektionen

Baricitinib ist im Vergleich zu Placebo mit einer erhöhten Infektionsrate wie etwa Infektionen der oberen Atemwege verbunden. Bei behandlungsnaiven Patienten führte eine Kombination mit Methotrexat im Vergleich zu einer Baricitinib-Monotherapie zu höheren Infektionsraten.1

  • Bei Patienten mit aktiven, chronischen oder wiederkehrenden Infektionen sollten vor Therapiebeginn die Risiken und Vorteile einer Baricitinib-Behandlung sorgfältig abgewogen werden.1

  • Falls sich eine Infektion entwickelt, ist der Patient sorgfältig zu überwachen und die Therapie mit Baricitinib vorübergehend zu unterbrechen, sollte der Patient auf eine Standardtherapie nicht ansprechen. Die Anwendung von Baricitinib darf erst wieder begonnen werden, nachdem die Infektion ausgeheilt ist.1

COVID-19 ist eine aktive Infektion der Atemwege, die häufig mild verläuft, aber auch mit akutem, möglicherweise letal verlaufendem Atemnotsyndrom verbunden sein kann. Baricitinib sollte nicht während einer aktiven COVID-19 Infektion angewendet werden und kann nach ärztlicher Konsultation und vollständig abgeklungener Infektion fortgesetzt werden.

Inzidenz von Infektionen in den klinischen Studien mit Baricitinib

Infektionen der oberen Atemwege

Infektionen der oberen Atemwege wurden sehr häufig (≥ 10 %) als unerwünschte Ereignisse in den klinischen Studien zu RA BARI berichtet.2

Tabelle 1. Infektionen im Allgemeinen und Infektionen der oberen Atemwege während der placebokontrollierten Phase der klinischen Studien zu rheumatoider Arthritis 2-4

 

7-Studien Datensatza
(bis Woche 24)

n (EAIR)

Placebo
N = 1.215
PYE = 450,8

BARI 2 mg
N = 479
PYE = 185,8

BARI 4 mg
N = 1.142
PYE = 471,8

Alle TE Infektionen

340 (75,4)

156 (84,0)

423 (89,7)

Infektionen der oberen Atemwegeb

184 (40,8)

91 (49,0)

224 (47,5)

Abkürzungen: BARI = Baricitinib; EAIR = Expositions-adjustierte Inzidenzrate; IR = Inzidenzrate; PYE = Patientenjahre mit Exposition; TE = treatment emergent, während der Therapie aufgetreten.

a Der kombinierte 7-Studien Datensatz umfasste Patienten mit RA, die auf BARI 4 mg (N = 1.142, PYE = 471,8) oder Placebo (N = 1.215, PYE = 450,8) randomisiert wurden, aus 3 Studien der Phase 2 und 4 Studien der Phase 3.  Patienten unter Placebo konnten im Hintergrund MTX oder andere konventionelle DMARDs erhalten haben. Daten zu BARI 2 mg (N = 479, PYE = 185,8) stammen aus 4 dieser Studien, in welchen die Möglichkeit zur Randomisierung auf BARI 2 mg und BARI 4 mg bestand. 

b Beinhaltet akute Sinusitis, Epiglottitis, Laryngitis, Nasopharyngitis, oropharyngeale Schmerzen, Pharyngitis, Pharyngotonsillitis, Rhinitis, Sinusitis, Sinubronchitis, Tonsillitis, Tracheitis und Infektionen der oberen Atemwege.

Schwerwiegende Infektionen in klinischen Studien zu rheumatoider Arthritis

Der Datensatz "All BARI RA" beinhaltete 3.770 Patienten mit RA, die BARI in unterschiedlichen Dosierungen erhalten haben, mit Daten aus 1 Studie der Phase 1, 3 Studien der Phase 2 und 5 Studien der Phase 3 (RA-BEGIN, RA-BEAM, RA-BUILD, RA-BEACON, RA-BALANCE). Die Daten beinhalten eine Langzeit-Verlängerungsstudie (RA-BEYOND) mit

  • Daten bis 13. Februar 2018

  • 10.127 PYE und

  • bis zu 6,9 Jahren Exposition.3,4

Von den 3.770 Patienten, die in den klinischen Studien zu RA bis 13. Februar 2018 BARI erhalten haben, wurden während der Therapie 283 schwerwiegende Infektionen berichtet mit einer IR von 2,8 auf 100 PYE, unter Zensierung zum Zeitpunkt des Ereignisses. Die häufigsten schwerwiegenden Infektionen, die berichtet wurden, waren

  • Pneumonie (n = 52, EAIR 0,5)

  • HZ (n = 35, EAIR 0,4)

  • Harnwegsinfektion (n = 21, EAIR 0,2)

  • Cellulitis (n = 15, EAIR 0,2)

  • Sepsis (n = 18, einschließlich 14 Fälle von Sepsis und 4 Fälle von Urosepsis) und

  • Gastroenteritis (n = 13, EAIR 0,13).2-4

Klinische Faktoren, die mit schwerwiegenden Infektionen assoziiert sind

Eine große Gruppe klinischer Faktoren mit dem Potential zur Beeinflussung des Risikos für schwerwiegende Infektionen wurde unter Verwendung eines Cox Modells ausgewertet, anhand der Daten aus dem "All BARI RA" Datensatz bis 01. Januar 2016. Die 5 erkannten, unabhängigen Risikofaktoren für schwerwiegende Infektionen waren 

  • vorherige Verwendung von Biologika

  • fortgeschrittenes Alter

  • asiatische Region im Studieneinschluss, ausgenommen Japan

  • nicht-normaler Body-Mass-Index und

  • begleitende Anwendung von Corticosteroiden.5

Zudem waren steigende Grade von Lymphopenie bei Patienten unter BARI mit einem Anstieg der Häufigkeit von Infektionen und schwerwiegenden Infektionen während der Therapie assoziiert.2

Hintergrundinformationen zu Infektionen

Infektionen gehören zu den bekannten Nebenwirkungen von Baricitinib:1

  • Sehr häufig:

    • Infektionen der oberen Atemwege (Übergeordneter Begriff: akute Sinusitis, Epiglottitis, Laryngitis, Nasopharyngitis, oropharyngeale Schmerzen, Pharyngitis, Pharyngotonsillitis, Rhinitis, Sinusitis, Tonsillitis, Tracheitis, Infektionen der oberen Atemwege)

  • Häufig:

    • Herpes zoster

    • Herpes simplex (Übergeordneter Begriff: Eczema herpeticatum, Herpes simplex, ophthalmischer Herpes simplex, oraler Herpes)

    • Gastroenteritis

    • Harnwegsinfektionen

    • Pneumonie

Die am häufigsten berichteten unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAWs), die bei mindestens 2 % der mit Baricitnib in Monotherapie oder in Kombination mit konventionellen synthetischen DMARDs behandelten Patienten auftraten, waren erhöhtes LDL-Cholesterin (33,6 %), Infektionen der oberen Atemwege (14,7 %) und Übelkeit (2,8 %). Bei den unter einer Baricitinib-Behandlung berichteten Infektionen waren Herpes zoster-Infektionen eingeschlossen.1

In kontrollierten Studien betrug innerhalb der ersten 16 Wochen die Inzidenzrate aller Infektionen (basierend auf Patienten mit mindestens 1 Ereignis pro 100 Patientenjahre Exposition) 101 mit Baricitinib verglichen mit 83 in der Placebogruppe. Die meisten Infektionen waren leicht bis mittelschwer ausgeprägt. Innerhalb der ersten 16 Wochen wurden in Studien, die beide Dosierungen einschlossen, Infektionen bei 31,9 % der Patienten in der 4 mg-Gruppe, bei 28,8 % der Patienten in der 2 mg-Gruppe und bei 24,1 % der Patienten in der Placebogruppe gemeldet. Die Melderaten für Baricitinib im Vergleich zu Placebo bei infektionsbezogenen Nebenwirkungen betrugen: Infektionen der oberen Atemwege (14,7 % vs. 11,7 %), Harnwegsinfektionen (3,4 % vs. 2,7 %), Gastroenteritis (1,6 % vs. 0,8 %), Herpes simplex (1,8 % vs. 0,7 %) und Herpes zoster (1,4 % vs. 0,4 %). Die Häufigkeit von Infektionen der oberen Atemwege war bei behandlungsnaiven Patienten im Zeitraum von bis zu 52 Wochen unter der kombinierten Behandlung mit Methotrexat und Baricitinib (26,0 %) größer als unter einer Behandlung mit Methotrexat-Monotherapie (22,9 %) oder Baricitinib-Monotherapie (22,0 %). Die Rate schwerwiegender Infektionen mit Baricitinib (1,1 %) war ähnlich jener mit Placebo (1,2 %). Die häufigsten schwerwiegenden Infektionen mit Baricitinib waren Herpes zoster und Phlegmone. Die Rate schwerwiegender Infektionen blieb auch unter Langzeitbehandlung stabil. Die Gesamtinzidenzrate für schwerwiegende Infektionen betrug im Rahmen des klinischen Studienprogramms 3,2 pro 100  Patientenjahre.1

Klinische Anwendung

Der behandelnde Arzt sollte die vorliegenden Informationen, die medizinische Vorgeschichte des Patienten sowie die Begleitmedikation und weitere individuelle Faktoren berücksichtigen, um eine Therapieentscheidung zu treffen. Der Arzt sollte die potentiellen Vorteile und Risiken der Behandlungsoptionen abwägen und die Therapie entsprechend überwachen.

Weitere Informationen zum Coronavirus

Aktuelle Informationen zum Coronavirus finden Sie auf den folgenden Internetseiten:

Empfehlungen zu rheumatologischen Therapien

Referenzen

1. Olumiant [Fachinformation]. Eli Lilly Nederland B.V., Niederlande.

2. Data on file, Eli Lilly and Company and/or one of its subsidiaries.

3. Genovese MC, Smolen JS, Takeuchi T, et al. Safety profile of baricitinib for the treatment of rheumatoid arthritis up to 7 years: an updated integrated safety analysis. Ann Rheum Dis. 2019;78(2):308-309. http://dx.doi.org/10.1136/annrheumdis-2019-eular.691

4. Genovese MC, Smolen JS, Takeuchi T, et al. Safety profile of baricitinib for the treatment of rheumatoid arthritis up to 7 years: an updated integrated safety analysis. Presented as an oral presentation at: European League Against Rheumatism (EULAR) Annual Meeting; June 12-15, 2019; Madrid, Spain.

5. Winthrop KL, Genovese MC, Harigai M, et al. Serious infection and associated risk factors in patients with moderate to severe rheumatoid arthritis treated with baricitinib [abstract OP0248]. Ann Rheum Dis. 2017;76(suppl 2):158. http://ard.bmj.com/content/76/Suppl_2/158.2

Glossar

BARI = Baricitinib

COVID-19 = coronavirus disease 2019, Coronavirus-Erkrankung 2019

EAIR = exposure-adjusted incidence rate, Expositions-adjustierte Inzidenzrate

PYE = patient-years of exposure, Patientenjahre der Exposition

RA = rheumatoide Arthritis

TE = treatment-emergent, während der Therapie aufgetreten

WHO = World Health Organization, Weltgesundheitsorganisation

Datum der letzten Prüfung: 2020 M04 15

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