Olumiant® Baricitinib

Die folgenden Informationen werden als Antwort auf Ihre Anfrage zur Verfügung gestellt und können Informationen über Dosierung, Formulierungen und Bevölkerungsgruppen enthalten, die sich von der Zulassung unterscheiden.

Olumiant® (Baricitinib): Inzidenz des Eczema herpeticums bei atopischer Dermatitis

Eczema herpeticum wurde bei Patienten mit atopischer Dermatitis unter Baricitinib berichtet, meist mit leichtem oder mittlerem Schweregrad.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen zu Infektionen und Virusreaktivierung

Infektionen

Baricitinib ist im Vergleich zu Placebo mit einer erhöhten Infektionsrate wie etwa Infektionen der oberen Atemwege verbunden. In klinischen Studien zu rheumatoider Arthritis führte eine Kombination mit Methotrexat bei behandlungsnaiven Patienten im Vergleich zu einer Baricitinib-Monotherapie zu höheren Infektionsraten.1

Bei Patienten mit aktiven, chronischen oder wiederkehrenden Infektionen sollten vor Therapiebeginn die Risiken und Vorteile einer Baricitinib-Behandlung sorgfältig abgewogen werden.1

Falls sich eine Infektion entwickelt, ist der Patient sorgfältig zu überwachen und die Therapie mit Baricitinib vorübergehend zu unterbrechen, sollte der Patient auf eine Standardtherapie nicht ansprechen. Die Anwendung von Baricitinib darf erst wieder begonnen werden, nachdem die Infektion ausgeheilt ist. 1

Virusreaktivierung

Virusreaktivierungen, einschließlich Fälle der Reaktivierung von Herpes-Viren (z. B. Herpes zoster, Herpes simplex), wurden in klinischen Studien berichtet1

Risiko für ein Eczema herpeticum bei Patienten mit atopischer Dermatitis

Patienten mit AD haben ein erhöhtes Risiko für kutane und nicht-kutane Bakterien- und Virusinfektionen, verursacht durch eine beeinträchtigte Hautbarriere und immunologische Fehlregulation.2 Eczema herpeticum (engl.: "eczema herpeticum" oder "Kaposi’s varicelliform eruption") ist eine akute, disseminierte Hautinfektion, am häufigsten verursacht durch Herpes simplex Virus 1 und entspricht einer typischen Komplikation der AD, die bei etwa 3 % der Patienten mit AD auftritt.3

Interferone stellen den ersten Abwehrmechanismus bei Virusinfektionen dar. Es besteht ein erhöhtes Risiko für wiederkehrende und disseminierte Virusinfektionen, einschließlich Herpes simplex und Herpes zoster, welches mit einer unzureichenden Produktion von IFNs bei Down-Regulation des Rezeptors verbunden ist, speziell bei Patienten mit AD und Eczema herpeticum in der Vorgeschichte.4,5

Eczema herpeticum als Ausschlusskriterium der klinischen Studien

Im AD Studienprogramm Phase 3 wurden Patienten ausgeschlossen, bei

  • symptomatischem Herpes simplex zum Zeitpunkt der Randomisierung

  • Eczema herpeticum in der Vorgeschichte innerhalb der 12 Monate vor dem Screening oder 

  • zurückliegend 2 oder mehr Episoden eines Eczema herpeticums.6 

Inzidenz des Eczema herpeticums im Studienprogramm zu atopischer Dermatitis

In den klinischen Studien zu AD wurden "eczema herpeticum" und "Kaposi's varicelliform eruption" als bevorzugte Begriffe (preferred terms) für unerwünschte Ereignisse erfasst. In dieser Stellungnahme werden diese beiden bevorzugten Begriffe als "Eczema herpeticum" zusammengefasst.6

Die kombinierten Datensätze, die zur Beurteilung der Fälle von Eczema herpeticum verwendet wurden, werden in Tabelle 1 beschrieben.

Datensatz der placebokontrollierten Phase

Bis Woche 16 war der Anteil der Patienten mit während der Behandlung aufgetretenem Eczema herpeticum

  • unter BARI 4 mg signifikant höher als unter BARI 2 mg (p ≤ 0,05) und

  • ohne signifikanten Unterschied zwischen

    • BARI 2 mg (n = 1) und Placebo (n = 4) oder

    • BARI 4 mg (n = 7) und Placebo (n = 4).6

Datensatz aller mit Baricitinib behandelten Patienten inklusive erweiterten Daten

Von den 2.531 Patienten, die BARI in jeglicher Dosierung bei AD erhalten haben, berichteten 43 Patienten 50 Ereignisse eines Eczema herpeticums während der Behandlung. Von diesen 50 Ereignissen waren

  • 41 leicht oder mittelschwer

  • 11 schwerwiegend, hierunter

    • 2 unter BARI 1 mg

    • 3 unter BARI 2 mg und

    • 6 unter BARI 4 mg

  • 44 traten bei begleitender TCS-Behandlung auf 

  • 68 % betrafen ≤ 10 % der BSA

  • 70 % erfolgten zu einem Zeitpunkt, zu dem die AD schlecht kontrolliert war (IGA 3 oder 4)

  • 15 führten zur Therapieunterbrechung und

  • 2 führten zum dauerhaften Absetzen.6

Von den 43 Patienten mit Eczema herpeticum während der Behandlung erhielten

  • 6 Patienten BARI 1 mg (N = 538)

  • 17 Patienten BARI 2 mg (N = 1.580) und

  • 20 Patienten BARI 4 mg (N = 914).6

Kombinierte Sicherheitsdatensätze

Tabelle 1. Kombinierte Datensätze zur Auswertung der Sicherheit in den Studien zu atopischer Dermatitis6

Datensatz

Beschreibung

BARI 2 mg placebokontrolliert

Studien: JAHG, BREEZE-AD1, BREEZE-AD2, BREEZE- AD4, BREEZE- AD5 und BREEZE-AD7

Vergleicht BARI 2 mg vs. Placebo

Beinhaltet Patienten mit AD aus 1 Studie Phase 2 und 5 Studien Phase 3 mit Randomisierung auf

  • BARI 2 mg (n = 721, PYE = 210,6) oder

  • Placebo (n = 889, PYE = 252,7).

Die Therapiephase umfasst Woche 0 bis 16.

BARI 4 mg placebokontrolliert

Studien: JAHG, BREEZE-AD1, BREEZE-AD2, BREEZE- AD4 und BREEZE-AD7

Vergleicht BARI 4 mg vs. Placebo

Beinhaltet Patienten mit AD aus 1 Studie Phase 2 und 4 Studien Phase 3 mit Randomisierung auf

  • BARI 4 mg (n = 489, PYE = 147,1) oder

  • Placebo (n = 743, PYE = 211,8).

Die Therapiephase umfasst Woche 0 bis 16.

BARI 2 mg vs. 4 mg

Studien: JAHG, BREEZE-AD1, BREEZE-AD2, BREEZE-AD4 und BREEZE-AD7

Vergleicht BARI 2 mg vs. BARI 4 mg bis Woche 16

Beinhaltet Patienten mit AD aus 1 Studie Phase 2 und 4 Studien Phase 3 mit Randomisierung auf

  • BARI 2 mg (n = 576, PYE = 169,1) oder

  • BARI 4 mg (n = 489, PYE = 147,1).

Die Therapiephase umfasst Woche 0 bis 16 während der placebokontrollierten Phase.

BARI 2 mg vs. 4 mg erweitert

Studien: JAHG, BREEZE-AD1, BREEZE-AD2, BREEZE-AD4, BREEZE-AD7 und Erweiterungsstudie BREEZE-AD3

Vergleicht BARI 2 mg vs. BARI 4 mg einschließlich erweiterter Auswertungen

Beinhaltet Patienten mit AD aus 1 Studie Phase 2 und 4 Studien Phase 3 und jede weitere Exposition bei Patietnen der Erweiterungsstudie BREEZE-AD3 Phase 3 mit Randomisierung auf

  • BARI 2 mg (n = 576, PYE = 425,5) oder

  • BARI 4 mg (n = 489, PYE = 459,3).

Die Therapiephase umfasst Woche 0 bis 16.

Zensierung der Daten bei Veränderung von Dosierung oder Behandlung (Rescue, Umstellung der Dosis, erneute Randomisierung in eine andere BARI-Dosierung oder auf Placebo) in den Studien BREEZE-AD4 und BREEZE-AD3.

All BARI AD

Studien: JAHG, BREEZE-AD1, BREEZE-AD2, BREEZE-AD4, BREEZE-AD5, BREEZE-AD7 und Erweiterungsstudien BREEZE-AD3, BREEZE-AD6

Keine Vergleiche zwischen den Gruppen

Beinhaltet 2.531 (insgesamt PYE = 2.247,4) Patienten mit AD aus 1 Studie Phase 2, 5 Studien Phase 3 und 2 Erweiterungsstudien Phase 3 mit BARI in unterschiedlichen Dosierungen, einschließlich

  • BARI 1 mg (n = 538, PYE = 245,9)

  • BARI 2 mg (n = 1.580, PYE = 1.129,5) und

  • BARI 4 mg (n = 914, PYE = 872,8).

Beinhaltet alle Patienten mit Exposition gegenüber BARI in jeglicher Dosierung zu jeglichem Zeitpunkt während der Studien, entweder ab Randomisierung oder ab Umstellung bzw. Rescue von Placebo.

Bei Dosisveränderung erfolgte keine Zensierung der Daten.

Abkürzungen: AD = atopische Dermatitis; BARI = Baricitinib; PYE = patient years of exposure, Patientenjahre mit Exposition.

Anmerkung: BARI 1 mg wurde in den Zulassungsstudien untersucht, ist jedoch nicht Bestandteil der Zulassung. Für Informationen zur zugelassenen Dosierung siehe Abschnitt 4.2 der Olumiant Fachinformation.

Referenzen

1. Olumiant [Fachinformation]. Eli Lilly Nederland B.V., Niederlande.

2. Langan SM, Abuabara K, Henrickson SE, et al. Increased risk of cutaneous and systemic infections in atopic dermatitis - a cohort study. J Invest Dermatol. 2017;137(6):1375-1377. https://doi.org/10.1016/j.jid.2017.01.030

3. Ong PK, Leung DYM. Bacterial and viral infections in atopic dermatitis: a comprehensive review. Clin Rev Allergy Immunol. 2016;51(3):329-337. https://dx.doi.org/10.1007/s12016-016-8548-5

4. Kwon HJ, Bang DW, Kim EN et al. Asthma as a risk factor for zoster in adults: a population-based case-control study. J Allergy Clin Immunol. 2016;137(5):1406-1412. https://doi.org/10.1016/j.jaci.2015.10.032

5. Traidl S, Kienlin P, Begemann G, et al. Patients with atopic dermatitis and history of eczema herpeticum elicit herpes simplex virus-specific type 2 immune responses. J Allergy Clin Immunol. 2018;141(3):1144-1147.e5. https://doi.org/10.1016/j.jaci.2017.09.048

6. Data on file, Eli Lilly and Company and/or one of its subsidiaries.

Glossar

AD = atopische Dermatitis

BARI = Baricitinib

BSA = body surface area, Körperoberfläche

IFN = Interferon

TCS = topische Corticosteroide

Datum der letzten Prüfung: 2020 M07 31


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