Olumiant® Baricitinib

Die folgenden Informationen werden als Antwort auf Ihre Anfrage zur Verfügung gestellt und können Informationen über Dosierung, Formulierungen und Bevölkerungsgruppen enthalten, die sich von der Zulassung unterscheiden.

Olumiant® (Baricitinib): Inzidenz der Virushepatitis bei atopischer Dermatitis

Virusreaktivierungen wurden in klinischen Studien mit Baricitinib berichtet. Vor Beginn einer Olumiant-Therapie sollte ein Screening auf eine Virushepatitis entsprechend der klinischen Leitlinien durchgeführt werden.

Virushepatitis im BREEZE-AD Studienprogramm Phase 3

Kriterien zu Virushepatitis im Studienprotokoll

Hepatitis B

Patienten mit Hinweis auf eine aktive oder chronische Hepatitis B Infektion waren von den klinischen Studien ausgeschlossen.1

Vor Studieneinschluss erfolgte ein Test auf HBsAg, HBcAb und HBV DNA. Ein positiver Test auf Hepatitis B Virus war definiert als

  • HBsAg positiv oder

  • HBcAb positiv und HBV DNA positiv.1

Bei HbcAb positiv und HBV DNA negativ konnten Patienten eingeschlossen werden. Diese Patienten wurden während der Studie überwacht, siehe Tabelle 1.1

Hepatitis C

Patienten mit Anzeichen einer aktiven oder chronischen Hepatitis C Infektion waren von den klinischen Studien ausgeschlossen. Patienten waren ausgeschlossen bei positivem Test auf Anti-Hepatitis-C-Antikörper mit bestätigtem Vorhandensein von HCV RNA.1

Patienten konnten eingeschlossen werden bei dokumentierter HCV-Therapie der letzten HCV Infektion und der Test auf HCV RNA negativ war.1

Andere Formen der Virurshepatitis

Andere Formen der Virushepatitis waren in den Ausschlusskriterien nicht spezifiziert. Patienten waren jedoch von der Studienteilnahme ausgeschlossen bei

  • einer derzeitigen oder kürzlichen, klinisch schwerwiegenden Virusinfektion

  • folgenden Laborabweichungen im Screening

    • AST ≥ 2x ULN

    • ALT ≥ 2x ULN

    • Gesamtbilirubin ≥ 1,5x ULN oder

  • zurückliegende oder derzeit bestehende hepatische Erkrankung oder eine andere schwerwiegende und/oder instabile Erkrankung, bei der die Anwendung der Prüfsubstanz nach Einschätzung des Prüfarztes ein nicht akzeptables Risiko darstellen würde oder die mit der Interpretation der Daten interferieren könnte.1

Überwachung auf Virushepatitis während der klinischen Studien

Überwachung auf Hepatitis B

Bei Patienten, die im Screening auf HBcAb positiv und HBV DNA negativ (nicht messbar) getestet wurden, wurde in Woche 16 auf HBV DNA getestet, unabhängig vom HBsAb Status. Details zum Monitoring zeigt Tabelle 1, Ergebnisse aus dem Monitoring werden in Tabelle 2 aufgeführt.1

Die Ergebnisse des Tests auf Hepatitis B Virus DNA wurden klassifiziert als

  • nicht messbar

  • messbar, aber unterhalb der unteren Quantifizierungsgrenze, oder

  • messbar oberhalb der Quantifizierungsgrenze.1

Tabelle 1. Überwachung auf Hepatitis B Virus DNA in den Studien mit Baricitinib bei atopischer Dermatitis1a

Wenn...

Dann...

ein einzelnes Ergebnis unterhalb der Quantifizierungsrenze war

wurde der Test innerhalb von 2 Wochen wiederholt

das Ergebnis des Wiederholungstests "nicht messbar" war

wurde die Überwachung wiederholt wie im Studienplan vorgesehen

2 oder mehr Tests unterhalb der Quantifizierungsgrenze waren

brach der Patient die Studienmedikation dauerhaft ab und wurde an einen Leberspezialisten überwiesen

ein einzelnes Ergebnis überhalb der Quantifizierungsgrenze war

brach der Patient die Studienmedikation dauerhaft ab und wurde an einen Leberspezialisten überwiesen


a Patienten mit positivem Test auf HBcAb und negativem Test auf HBV DNA (nicht messbar) wurden in Woche 16 auf HBV DNA getestet.

Andere Arten der Überwachung auf Virushepatitis

In den klinischen Studien erfolgte keine routinemäßige Überwachung durch serielle Untersuchungen auf HCV RNA und Überwachung anderer Arten von Virushepatitis. Jedoch konnten bei unerwünschten Ereignissen während der Therapiephase (TEAE), die die Leber betrafen, ausgewählte Tests durchgeführt werden. Hierzu gehörten

  • Hepatitis A Antikörper (gesamt und IgM)

  • Hepatitis B (Oberflächenantigen, Oberflächen-Antikörper und Kern-Antikörper)

  • Hepatitis C Antikörper und

  • Hepatitis E Antikörper (IgG und IgM).1

Hepatitis B Virus DNA Status in den Studien zu atopischer Dermatitis Phase 3

Bei insgesamt 58 Patienten unter BARI wurde nach Studienbeginn auf HBV DNA überwacht. Von diesen 58 Patienten hatten 56 (96,6 %) keine messbaren HBV DNA Ergebnisse nach Studienbeginn. Tabelle 2 beschreibt die Ergebnisse nach Serologie zu Studienbeginn.1

Tabelle 2. Hepatitis B Serologie zu Studienbeginn bei Patienten mit Tests auf Hepatitis B Virus Desoxyribonukleinsäure nach Studienbeginn1






All BARI AD Datensatz
N = 2.531

Serologie zu Beginna

nach Studienbeginn durchgeführte Tests auf HBV DNA

Nicht messbare DNA
n (%)

Messbar < LLOQ
n (%)

Messbar ≥ LLOQ
n (%)

Gesamt

HBsAb+/HBcAb+

45 (95,7)

1b (2,1)

1c (2,1)

47

HBsAb-/HBcAb+

11 (100)

0

0

11

Gesamt

56 (96,6)

1 (1,7)

1 (1,7)

58

Abkürzungen: AD = atopische Dermatitis; BARI = Baricitinib; HBcAb = Hepatitis B core antibody, Hepatitis B Kern-Antikörper; HBsAb = Hepatitis B surface antibody, Hepatitis B Oberflächen-Antikörper; HBV DNA = Hepatitis B virus deoxyribonucleic acid, Hepatitis B Virus-Desoxyribonukleinsäure; LLOQ = lower limit of quantitation, untere Quantifizierungsgrenze. 

a Patienten konnten bei positivem Test auf HBcAb und negativem Test auf HBV DNA in die Studien bei atopischer Dermatitis eingeschlossen werden. Diese Patienten wurden während der Studie überwacht unter Verwendung von HBV DNA Tests, die nach Studienbeginn durchgeführt wurden. 

b Der Patient erhielt BARI 2 mg in der eigentlichen Studie und ohne die Studienteilnahme in der Langzeit-Verlängerungsstudie fortzusetzen. Weitere Laboruntersuchungen auf HBV DNA wurden nicht durchgeführt.

c Der Patient erhielt BARI 4 mg in der ersten Studie und in der Langzeit-Verlängerungsstudie. Zusätzlich zu den HBV DNA Ergebnissen zeigte sich eine Hepatomegalie im Ultraschall und der Patient brach die Studie ab. Etwa 3 Wochen später waren die Laborergebnisse normal.

Virushepatitis als unerwünschtes Ereignis in den Studien zu atopischer Dermatitis

Virushepatitis als TEAE wurde im All BARI AD Sicherheitsdatensatz berichtet:

  • 1 (0,0 %) Bericht über positiven Test auf HBsAg und

  • 1 (0,0 %) Bericht über Hepatitis E.1

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen zu Infektionen, Virusreaktivierung und Erhöhungen der Lebertransaminasen

Infektionen

Baricitinib ist im Vergleich zu Placebo mit einer erhöhten Infektionsrate wie etwa Infektionen der oberen Atemwege verbunden. In klinischen Studien zu rheumatoider Arthritis führte eine Kombination mit Methotrexat bei behandlungsnaiven Patienten im Vergleich zu einer Baricitinib-Monotherapie zu höheren Infektionsraten.2

Bei Patienten mit aktiven, chronischen oder wiederkehrenden Infektionen sollten vor Therapiebeginn die Risiken und Vorteile einer Baricitinib-Behandlung sorgfältig abgewogen werden.2

Falls sich eine Infektion entwickelt, ist der Patient sorgfältig zu überwachen und die Therapie mit Baricitinib vorübergehend zu unterbrechen, sollte der Patient auf eine Standardtherapie nicht ansprechen. Die Anwendung von Baricitinib darf erst wieder begonnen werden, nachdem die Infektion ausgeheilt ist. 2

Virusreaktivierung

Virusreaktivierungen, einschließlich Fälle der Reaktivierung von Herpes-Viren (z. B. Herpes zoster, Herpes simplex), wurden in klinischen Studien berichtet. In klinischen Studien zu rheumatoider Arthritis wurden bei Patienten ab 65 Jahren, die vorher bereits sowohl mit biologischen als auch mit konventionellen DMARDs behandelt wurden, Herpes zoster-Infektionen häufiger berichtet.2

Vor Beginn einer Baricitinib-Therapie sollte ein Screening auf eine Virushepatitis entsprechend der klinischen Leitlinien durchgeführt werden.2

  • Patienten mit nachweislich aktiver Hepatitis-B- oder Hepatitis-C-Infektion waren von den klinischen Studien ausgeschlossen.2

  • Patienten, die für HepatitisC-Antikörper positiv, aber für Hepatitis-C-Virus-RNA negativ waren, konnten an den Studien teilnehmen.2

  • Patienten mit Hepatitis-B-Oberflächen-Antikörpern und Hepatitis-B-Kern-Antikörpern, aber ohne Hepatitis-B-Oberflächen-Antigen, konnten ebenfalls an den Studien teilnehmen. Solche Patienten sollten auf die Expression von Hepatitis-B-Virus(HBV)-DNA überwacht werden.2

  • Falls HBV-DNA festgestellt wird, ist ein Hepatologe zu konsultieren, um zu entscheiden, ob die Behandlung zu unterbrechen ist.2

Erhöhungen der Lebertransaminasen

Dosisabhängige Erhöhungen von Alanin-Aminotransferase (ALT) und Aspartat-Aminotransferase (AST) wurden bei mit Baricitinib behandelten Patienten im Vergleich zu Placebo berichtet. Erhöhungen von ALT und AST auf mindestens das 5- bis 10-fache der Obergrenze der Normalwerte (ULN) wurden in den klinischen Studien bei weniger als 1% der Patienten berichtet. In klinischen Studien zu rheumatoider Arthritis führte eine Kombination mit Methotrexat bei behandlungsnaiven Patienten im Vergleich zu einer Baricitinib-Monotherapie häufiger zu einer Erhöhung der Lebertransaminasen.2

Falls im Rahmen von Routineuntersuchungen Erhöhungen von ALT oder AST beobachtet werden und eine arzneimittelbedingte Leberschädigung vermutet wird, ist Baricitinib vorübergehend abzusetzen, bis eine solche Diagnose ausgeschlossen werden kann.2

Für weitere Informationen hierzu siehe Olumiant Fachinformation, Abschnitt 4.8.

Referenzen

1. Data on file, Eli Lilly and Company and/or one of its subsidiaries.

2. Olumiant [Fachinformation]. Eli Lilly Nederland B.V., Niederlande.

Glossar

AD = atopische Dermatitis

ALT = Alaninaminotransferase

AST = Aspartataminotransferase

BARI = Baricitinib

DNA = deoxyribonucleic acid, Desoxyribonukleinsäure

HBcAB = hepatitis B core antibody, Hepatitis B Kern-Antikörper

HBsAB = hepatitis B surface antibody, Hepatitis B Oberflächen-Antikörper

HBsAG = hepatitis B surface antigen, Hepatitis B Oberflächen-Antigen

HBV = Hepatitis B Virus

HCV = Hepatitis C Virus

Ig = Immunglobulin

RNA = ribonucleic acid, Ribonukleinsäure

ULN = upper limit of normal, obere Grenze des Normalbereichs

Datum der letzten Prüfung: 2020 M07 28


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