Olumiant® Baricitinib

Die folgenden Informationen werden als Antwort auf Ihre Anfrage zur Verfügung gestellt und können Informationen über Dosierung, Formulierungen und Bevölkerungsgruppen enthalten, die sich von der Zulassung unterscheiden.

Olumiant® (Baricitinib): Allgemeine und schwere Infektionen bei rheumatoider Arthritis

Die Behandlung mit Baricitinib ist mit einer erhöhten Infektionsrate verbunden.

Baricitinib und Infektionen

Baricitinib ist im Vergleich zu Placebo mit einer erhöhten Infektionsrate wie etwa Infektionen der oberen Atemwege verbunden. Bei behandlungsnaiven Patienten führte eine Kombination mit Methotrexat im Vergleich zu einer Baricitinib-Monotherapie zu höheren Infektionsraten. Bei Patienten mit aktiven, chronischen oder wiederkehrenden Infektionen sollten vor Therapiebeginn die Risiken und Vorteile einer Baricitinib-Behandlung sorgfältig abgewogen werden. Falls sich eine Infektion entwickelt, ist der Patient sorgfältig zu überwachen und die Therapie mit Baricitinib vorübergehend zu unterbrechen, sollte der Patient auf eine Standardtherapie nicht ansprechen. Die Anwendung von Baricitinib darf erst wieder begonnen werden, nachdem die Infektion ausgeheilt ist.1

Zusätzliche Informationen zu Fällen von HZ, TB und Infektionen durch opportunistische Erreger, die im klinischen Entwicklungsprogramm berichtet wurden, werden in separaten Stellungnahmen erörtert.

Infektionen in klinischen Studien mit rheumatoider Arthritis

Die expositionsbereinigten Inzidenzraten wurden als Anzahl der Patienten mit einem Ereignis pro 100 Patientenjahre Expositionszeit berechnet, wobei die Exposition zum Zeitpunkt des Ereignisses nicht zensiert wurde.2

Die Inzidenzraten wurden als Anzahl der Patienten mit einem Ereignis pro 100 Patientenjahre Expositionszeit berechnet, wobei die Exposition zum Zeitpunkt des Ereignisses zensiert wurde.2

Gesamtinfektion in RA-Studien

Placebokontrollierter Datensatz aus 7 Studien

Der gepoolte Datensatz aus 7 Studien umfasste Patienten mit RA aus 3 Phase 2 Studien und 4 Phase 3 Studien (RA-BEAM, RA-BUILD, RA-BEACON und RA-BALANCE), die auf 4 mg BARI (n = 1142, PYE = 471,8) oder Placebo (n = 1215, PYE = 450,8) randomisiert wurden. Patienten in der Placebogruppe konnten MTX oder andere konventionelle DMARDs als Begleittherapie einnehmen. Die Auswertungszeiträume umfassten

  • den 12-wöchigen placebokontrollierten Zeitraum in Phase 2 Studien

  • 16 Wochen der zugewiesenen Behandlung vor der Möglichkeit zur Anwendung einer Rescue-Therapie in Phase 3 Studien und

  • 24 Wochen der zugewiesenen Behandlung oder bis Rescue-Therapie in Phase 3 Studien.2

Die Daten von BARI 2 mg (n = 479, PYE = 185,8) stammen aus 4 dieser Studien, in denen sowohl BARI 2 mg als auch BARI 4 mg bei der Randomisierung zur Verfügung standen (2 Phase 2 Studien sowie RA-BUILD und RA-BEACON).2

Während der 24-wöchigen zugewiesenen Behandlung oder bis zur Rescue-Therapie betrug die Anzahl der Patienten mit einer beliebigen Art von TE-Infektion

  • 423 (EAIR = 89,7) in der BARI 4 mg-Gruppe

  • 156 (EAIR = 84,0] in der BARI 2 mg-Gruppe und

  • 340 (EAIR = 75,4) in der Placebogruppe.2

Häufig gemeldete Infektionen bei BARI-Behandlung umfassen

  • Infektionen der oberen Atemwege

  • HZ-Infektion

  • Herpes-simplex-Infektionen und

  • Harnwegsinfektionen.3

All BARI RA-Datensatz

Der All BARI RA Analysesatz umfasste 3770 Patienten mit RA aus 1 Phase 1, 3 Phase 2 und 5 Phase 3 Studien (RA-BEGIN, RA-BEAM, RA-BUILD, RA-BEACON, RA-BALANCE), die BARI in verschiedenen Dosen erhielten. Die Daten beinhalten eine Langzeit-Verlängerungsstudie (RA-BEYOND) mit

  • 13.148 PYE,

  • mediane Exposition von 4,2 Jahren,

  • maximale Exposition von 8,4 Jahren und

  • Daten bis zum 1. September 2019.4,5

Die EAIR der TE-Infektion betrug 19,0 pro 100 PYE bei allen mit BARI behandelten Patienten.3

Schwerwiegende Infektion in RA-Studien

Placebokontrollierter Datensatz aus 7 Studien

Während der 24-wöchigen zugewiesenen Behandlung oder bis zur Rescue-Therapie betrug die Anzahl der Patienten mit einer schwerwiegenden TE-Infektion

  • 19 (IR = 4,0) in der BARI 4 mg-Gruppe

  • 8 (IR = 4,2) in der BARI 2 mg-Gruppe und

  • 19 (IR = 4,1) in der Placebogruppe.2

All BARI RA-Datensatz

Von den 3770 Patienten, die in den klinischen RA-Studien BARI erhielten, hatten 344 Patienten eine schwere TE-Infektion mit einer IR von 2,7 pro 100 PYE. Die häufigsten schwerwiegenden Infektionen waren

  • Pneumonie (n = 74, EAIR 0,55)

  • HZ (n = 41, EAIR 0,31)

  • Harnwegsinfektion (n = 25, EAIR 0,19)

  • Phlegmone (n = 21, EAIR 0,16)

  • Sepsis (n = 21, darunter 17 Fälle von Sepsis und 4 Fälle von Urosepsis) und

  • Gastroenteritis (n = 15, EAIR 0,11).3,4

Im All BARI RA-Datensatz erhielten 3400 Patienten zu einem Zeitpunkt in den klinischen Studien eine BARI-Dosis von 4 mg und 1077 Patienten eine BARI-Dosis von 2 mg.4

Eine große Gruppe klinischer Faktoren mit dem Potenzial, das Risiko einer schwerwiegenden Infektion zu beeinflussen, wurde anhand von Cox-Modellen und Daten aus dem All BARI RA-Datensatz bewertet. Die unabhängigen Risikofaktoren für eine schwerwiegende Infektion waren:

  • vorherige Biologika-Verwendung

  • Verwendung einer größeren Anzahl von csDMARD

  • fortgeschrittenes Alter

  • asiatische Abstammung

  • Region der Aufnahme in die Studie war Asien, ohne Japan

  • niedriger Körpermassenindex

  • längere Dauer der RA und

  • Corticosteroid-Begleitmedikation.

Lymphopenie und Neutropenie und Infektionsrisiko in RA-Studien

Ein zunehmender Grad an Lymphopenie war mit einer Häufigkeitszunahme aller TE-Infektionen und schwerwiegender Infektionen bei mit BARI behandelten Patienten verbunden.3

Ein zunehmender Grad an Neutropenie war bei mit BARI behandelten Patienten nicht konsistent mit einem Anstieg der Häufigkeit einer TE-Infektion oder einer schwerwiegenden Infektion assoziiert.3

Zusätzliche Information gemäß Fachinformation

In kontrollierten Studien betrug innerhalb der ersten 16 Wochen die Inzidenzrate aller Infektionen (basierend auf Patienten mit mindestens 1 Ereignis pro 100 Patientenjahre Exposition) 101 mit Baricitinib verglichen mit 83 in der Placebogruppe. Die meisten Infektionen waren leicht bis mittelschwer ausgeprägt. Innerhalb der ersten 16 Wochen wurden in Studien, die beide Dosierungen einschlossen, Infektionen bei 31,9 % der Patienten in der 4 mg-Gruppe, bei 28,8 % der Patienten in der 2 mg-Gruppe und bei 24,1 % der Patienten in der Placebogruppe gemeldet. Die Melderaten für Baricitinib im Vergleich zu Placebo bei infektionsbezogenen Nebenwirkungen betrugen: Infektionen der oberen Atemwege (14,7 % vs. 11,7 %), Harnwegsinfektionen (3,4 % vs. 2,7 %), Gastroenteritis (1,6 % vs. 0,8 %), Herpes simplex (1,8 % vs. 0,7 %) und Herpes zoster (1,4 % vs. 0,4 %). Die Häufigkeit von Infektionen der oberen Atemwege war bei behandlungsnaiven Patienten im Zeitraum von bis zu 52 Wochen unter der kombinierten Behandlung mit Methotrexat und Baricitinib (26,0 %) größer als unter einer Behandlung mit Methotrexat-Monotherapie (22,9 %) oder Baricitinib Monotherapie (22,0 %). Die Rate schwerwiegender Infektionen mit Baricitinib (1,1 %) war ähnlich jener mit Placebo (1,2 %). Die häufigsten schwerwiegenden Infektionen mit Baricitinib waren Herpes zoster und Phlegmone. Die Rate schwerwiegender Infektionen blieb auch unter Langzeitbehandlung stabil. Die Gesamtinzidenzrate für schwerwiegende Infektionen betrug im Rahmen des klinischen Studienprogramms 3,2 pro 100 Patientenjahre.1

Die mittlere absolute Lymphozytenzahl erhöhte sich innerhalb einer Woche nach Behandlungsbeginn mit Baricitinib, ging bis Woche 24 wieder auf die Ausgangswerte zurück und blieb danach für mindestens 104 Wochen stabil. Bei den meisten Patienten blieben die Veränderungen der Lymphozytenzahl innerhalb des üblichen Referenzbereichs.1

In kontrollierten Studien wurde innerhalb der ersten 16 Wochen bei 0,3 % der mit Baricitinib behandelten Patienten ein Rückgang der Neutrophilenzahlen auf unter 1 x 109 Zellen/l gemessen, verglichen mit 0 % bei den mit Placebo behandelten Patienten. Es gab keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Abnahme der Neutrophilenzahl und dem Auftreten von schwerwiegenden Infektionen. Allerdings wurde in klinischen Studien die Behandlung im Falle einer ANC < 1 x 109 Zellen/l unterbrochen. Das Muster und die Inzidenz des Rückgangs der Neutrophilenzahlen blieben im Zeitverlauf auch in der Verlängerungsstudie stabil auf einem niedrigeren Wert als dem Baseline-Wert.1

Bei Patienten mit einer absoluten Lymphozytenzahl (ALC) von weniger als 0,5 x 109 Zellen/l, einer absoluten Neutrophilenzahl (ANC) von weniger als 1 x 109 Zellen/l oder einem Hämoglobinwert unter 8 g/dl sollte eine Therapie nicht begonnen werden. Die Behandlung kann eingeleitet werden, sobald sich die Werte über diese Grenzwerte hinaus verbessert haben.1

References

1. Olumiant [Fachinformation]. Eli Lilly Nederland B.V., Niederlande.

2. Genovese MC, Smolen JS, Tsutomu T et al. Safety profile of baricitinib for the treatment of rheumatoid arthritis over a median of 3 years of treatment: an updated integrated safety analysis. Lancet Rheumatol. 2020;2(6):E347-E357. https://doi.org/10.1016/S2665-9913(20)30032-1

3. Data on file, Eli Lilly and Company and/or one of its subsidiaries.

4. Genovese MC, Smolen JS, Takeuchi T, et al. Safety profile of baricitinib for the treatment of rheumatoid arthritis up to 8.4 years: an updated integrated safety analysis [abstract]. Ann Rheum Dis. 2020;79(suppl 1):638. http://scientific.sparx-ip.net/archiveeular/?c=a&view=4&item=2020FRI0123

5. Genovese MC, Smolen JS, Takeuchi T, et al. Safety profile of baricitinib for the treatment of rheumatoid arthritis up to 8.4 years: an updated integrated safety analysis. Poster presented at: European League Against Rheumatism Virtual Congress; June 3-6, 2020.

Glossary

BARI = baricitinib

DMARD = krankheitsmodifizierende Antirheumatika (disease-modifying antirheumatic drug)

EAIR = expositionsbereinigte Inzidenzrate (exposure-adjusted incidence rate)

HZ = Herpes zoster

IR = Inzidenzrate

MTX = Methotrexate

PYE = Patientenjahre der Exposition (patient years of exposure)

RA = rheumatoide Arthritis

TB = Tuberkulose

TE = während der Therapie aufgetreten (treatment-emergent)

Datum der letzten Prüfung: 2020 M03 12

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