Emgality® Galcanezumab

Die folgenden Informationen werden als Antwort auf Ihre Anfrage zur Verfügung gestellt und können Informationen über Dosierung, Formulierungen und Bevölkerungsgruppen enthalten, die sich von der Zulassung unterscheiden.

Emgality® (Galcanezumab): Schmerzen an der Injektionsstelle

Meist leichte bis mittelschwere Ereignisse an der Injektionsstelle waren die häufigsten Nebenwirkungen in den Phase-3-Studien und führten nicht zum Abbruch.

Informationen zu Ereignissen an der Injektionsstelle gemäß Fachinformation

Schmerzen an der Injektionsstelle und Reaktionen an der Injektionsstelle sind sehr häufige Nebenwirkungen von Galcanezumab. 

  • Schmerzen an der Injektionsstelle wurde von 10.1% bzw. 11.6% der Patienten unter der Gabe von 120 mg bzw. 240 mg Galcanezumab berichtet. 

  • Reaktionen an der Injektionsstelle wurde von 9.9% bzw. 14.5% der Patienten unter der Gabe von 120 bzw. 240 mg Galcanezumab berichtet.1

  • Die empfohlene Dosis beträgt 120 mg Galcanezumab einmal monatlich mittels subkutaner Injektion, wobei die Behandlung mit einer Anfangsdosis von 240 mg eingeleitet wird.1 Zu beachten ist, dass die Ergebnisse einer Erhaltungsdosis von 240 mg Galcanezumab einmal monatlich hier ebenfalls beschrieben. Wenngleich diese Dosis in den Zulassungsstudien untersucht wurde, ist diese Dosis nicht zugelassen und wird daher nicht empfohlen.

Bezüglich Reaktionen an der Injektionsstelle waren die am häufigsten berichteten Ereignisse (≥ 1 %):

  • Reaktionen an der Injektionsstelle

  • Erytheme an der Injektionsstelle,

  • Pruritus an der Injektionsstelle,

  • Blutergüsse an der Injektionsstelle,

  • Schwellungen an der Injektionsstelle.1

Die meisten Ereignisse im Zusammenhang mit der Injektionsstelle waren leicht bis mittelschwer. Weniger als 0,5 % der Patienten, die Galcanezumab während der Phase-3-Studien bekommen hatten, brachen die Behandlung aufgrund einer Reaktion an der Injektionsstelle ab.1

Die meisten Reaktionen an der Injektionsstelle wurde innerhalb von 1 Tag berichtet und verschwanden im Durchschnitt innerhalb von 5 Tagen.1

Bei 86 % der Patienten, die von Schmerzen an der Injektionsstelle berichteten, trat das Ereignis innerhalb von 1 Stunde nach der Injektion auf und endete durchschnittlich innerhalb eines Tages.1

Ein Prozent der Patienten, die Galcanezumab während der Phase-3-Studien erhielten, berichteten über starke Schmerzen an der Injektionsstelle.1

Beschreibung des Datensatzes

AEs (adverse events, unerwünschtes Ereignisse) zu Schmerzen an der Injektionsstelle wurden anhand den Phase-3-Studien zu Galcanezumab ausgewertet, einschließlich

  • 2 randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studien zur Prophylaxe der episodischen Migräne über 6 Monate (EVOLVE-1 und EVOLVE-2)2,3

  • 1 randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie zur Prophylaxe der chronischen Migräne über 3 Monate, mit einer optionalen offenen Verlängerungsphase über 9 Monate (REGAIN) und4 

  • einer offenen Verträglichkeitsstudie über 12 Monate bei Patienten mit episodischer oder chronischer Migräne (CGAJ).5

Die nachfolgenden Ergebnisse konzentrieren sich überwiegend auf Ergebnisse aus den Studien EVOLVE-1, EVOLVE-2 und REGAIN.6

Die Unterschiede in den Studien EVOLVE-1, EVOLVE-2, REGAIN und der Studie CGAJ bei den Applikationshilfen und den die Injektion durchführenden Personen zeigt Tabelle 1. Hilfsmittel und Durchführung der Injektion in den Phase-3-Studien zu Galcanezumab.

Tabelle 1. Hilfsmittel und Durchführung der Injektion in den Phase-3-Studien zu Galcanezumab

In Studie

Erhielten Patienten...

s.c. Injektionena erfolgten...

Mit einem Volumen von...

durch...

Unter Verwendung von...

EVOLVE-1, EVOLVE-2, REGAIN2-4,7,8

2 s.c. Injektionenb

monatlich

1 mL

Personal des Prüfzentrums

einer Fertigspritze

CGAJ5,9

1 oder 2 s.c. Injektionenc

monatlich

1 mL

Selbstinjektiond

einer Fertigspritze oder einem Autoinjektore

Abkürzungen: s.c. = Subkutan.

a Zu den möglichen Injektionsstellen gehörten Abdomen, Oberschenkel, Arm oder Gesäß.

b EVOLVE-1, EVOLVE-2 und REGAIN: Die Patienten erhielten 2 Injektionen mit je 1 ml als SQ Injektion bei jeder Visite. Die Patienten erhielten entweder Galcanezumab 120 mg (2 Injektionen Galcanezumab 120 mg als Anfangsdosis bei der ersten Dosierungsvisite, gefolgt von 1 Injektion Galcanezumab 120 mg und Placebo bei allen nachfolgenden Visiten, Galcanezumab 240 mg (2 Injektionen Galcanezumab 120 mg) oder Placebo (2 Injektionen Placebo).

c CGAJ: Auf Galcanezumab 120 mg randomisierte Patienten erhielten eine Anfangsdosis von 240 mg (2 SQ Injektionen 120 mg jeweils; 1 ml jeweils) und 1 Injektion 120 mg bei jeder nachfolgenden Dosierungsvisite. Auf Galcanezumab 240 mg randomisierte Patienten erhielten 2 SQ Injektionen 120 mg zu jeder Dosierungsvisite.

d Die Mitarbeiter des Prüfzentrums führten die erste Injektion durch. Die Selbstinjektion bzw. Injektion durch eine Pflegekraft begann bei der zweiten Injektionsvisite nach der Anfangsdosis durch Mitarbeiter des Prüfzentrums und Durchsicht der Bedienungsanleitung für die Selbstanwendung.

e Patienten wurden von einer Fertigspritze auf den Autoinjektor umgestellt. Die Umstellung des Hilfsmittels begann, nachdem alle Patienten mindestens Monat 9 der Studie beendet hatten, und 179 Patienten der Studie CGAJ erhielten ≥1 Galcanezumab Dosis mit Hilfe des Autoinjektors. Patienten wurden bis zu 3 Monate mit dem Autoinjektor behandelt.

Anmerkung: Die empfohlene Dosis beträgt 120 mg Galcanezumab einmal monatlich mittels subkutaner Injektion, wobei die Behandlung mit einer Anfangsdosis von 240 mg eingeleitet wird.1 Die Ergebnisse einer Erhaltungsdosis 240 mg Galcanezumab einmal monatlich werden hier ebenfalls beschrieben. Wenngleich diese Dosis in den Zulassungsstudien untersucht wurde, ist sie nicht zugelassen und wird daher nicht empfohlen.

Berichte über Schmerzen an der Injektionsstelle während der Behandlung

Schmerzen an der Injektionsstelle waren das am häufigsten berichtete TEAE (treatment-emergent adverse event, ein während der Behandlung aufgetretenes unerwünschtes Ereignis) in den Phase-3-Studien zur Migräne-Prophylaxe, mit ähnlicher Inzidenz bei Patienten, die mit Galcanezumab behandelt wurden (10,9 %) oder  Placebo erhielten (9,5 %).6 

Die Inzidenz unerwünschter Ereignisse an der Injektionsstelle allgemein wird in Tabelle 2. Zusammenfassung der unerwünschten Ereignisse an der Injektionsstelle während der doppelblinden Behandlung in Phase-3 zusammengefasst.

Tabelle 2. Zusammenfassung der unerwünschten Ereignisse an der Injektionsstelle während der doppelblinden Behandlung in Phase-38

Ereignisab

PBO
N=1451
n (%)

GMB 120 mg
N=705
n (%)

GMB 240mg
N=730
n (%)

GMB kombiniert
N=1435
n (%)

Patienten mit ≥1 TEAE

183 (12.6)

128 (8.2)c

166 (22.7)cd

294 (20.5)c

Patienten mit ≥1 TEAE, ohne Schmerzen an der Injektionsstellee

60 (4.1)

70 (9.9)c

106 (14.5)cf

176 (12.3)c

Schmerzen an der Injektionsstelle

138 (9.5)

71 (10.1)

85 (11.6)

156 (10.9)

Abkürzungen: AE = adverse event, unerwünschtes Ereignis; GMB = Galcanezumab; PBO = Placebo; TEAE = treatment-emergent adverse event, während der Therapiephase aufgetretenes unerwünschtes Ereignis.

a Alle AEs, die im MedDRA Version 19.1 unter dem Übergeordneten Begriff „injection site reactions" (Reaktionen an der Injektionsstelle) wurden ausgewertet.

b Bevorzugter Begriff.

c p<0.001 vs Placebo.

d p=0.033 vs GMB 120 mg.

e Zu den am häufigsten berichteten Begriffen (nicht weniger als 1,5 % aller bevorzugten Begriffe, diese umfassten: Reaktionen an der Injektionsstelle, Erythem an der Injektionsstelle, Juckreiz an der Injektionsstelle).

f p=0.008 vs GMB 120 mg.

Anmerkung: Die empfohlene Dosis beträgt 120 mg Galcanezumab einmal monatlich mittels subkutaner Injektion, wobei die Behandlung mit einer Anfangsdosis von 240 mg eingeleitet wird.1 Die Ergebnisse einer Erhaltungsdosis 240 mg Galcanezumab einmal monatlich werden hier ebenfalls beschrieben. Wenngleich diese Dosis in den Zulassungsstudien untersucht wurde, ist sie nicht zugelassen und wird daher nicht empfohlen.

Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SAEs) und Abbrüche

In den doppelblinden Phase-3-Studien gab es keine Berichte über Schmerzen an der Injektionsstelle als SAE und 1 Patient, der mit Galcanezumab behandelt wurde, brach aufgrund von Schmerzen an der Injektionsstelle ab.8

Charakterisierung der Schmerzen an der Injektionsstelle

Berichte über Schmerzen an der Injektionsstelle in den doppelblinden Phase-3-Studien 

  • wurden berichtet als "Brennen an der Injektionsstelle" bei 50 % der Ereignisse

  • waren meist leicht oder mittelschwer

  • begannen innerhalb von 60 Minuten nach der Injektion und

  • besserten sich durchschnittlich innerhalb von 1,4 Tagen8

Der prozentuale Anteil der Patienten mit Bericht über schwere Schmerzen war vergleichbar bei allen mit Galcanezumab und Placebo behandelten Patienten (1,1 % und 1,2 %). Anzumerken ist, dass die Beurteilung des Schweregrads von Schmerzen an der Injektionsstelle subjektiv ist und keine weiteren Deskriptoren als leicht, mittelschwer oder schwer umfasste.8

Offene Verträglichkeitsstudie CGAJ

In der Langzeitstudie zur Verträglichkeit CGAJ

  • war die Häufigkeit von Schmerzen an der Injektionsstelle bei Patienten, die mit Galcanezumab behandelt wurden 18,52 % (120 mg, 17,05 %; 240 mg, 19,86 %)5 und

  • kein Patient brach die Studie ab aufgrund von Schmerzen an der Injektionsstelle.7

Expositions-adjustierte Inzidenzraten (EAIRs)

EAIRs (exposure-adjusted incidence rates, Expositions-adjustiere Inzidenzraten) sind ein Messwert, ob TEAEs mit erhöhter Häufigkeit auftreten bei steigender Therapiedauer.7

Die EAIR für Schmerzen an der Injektionsstelle in den kombinierten Galcanezumab-Gruppen war in der Langzeittherapie der offenen Verträglichkeitsstudie CGAJ niedriger im Vergleich zu EVOLVE-1, EVOLVE-2 und REGAIN (25,54 vs. 32,50).7 EAIR entspricht dem 100-fachen der Anzahl Patienten, die ein Ereignis berichten, dividiert durch die Ereignis-spezifischen gesamten Patientenjahre unter Risiko.

Prevention und Behandlung von Schmerzen an der Injektionsstelle

Wenngleich die Behandlung von unerwünschten Ereignissen an der Injektionsstelle im Protokoll der Phase-3-Studien zur Migräne-Prophylaxe nicht beschrieben war, war eine Prämedikation auch nicht untersagt.7

Die Behandlung von unerwünschten Ereignissen an der Injektionsstelle in den Studien lag im Ermessen des Studienarztes.7 Ob bei einem Patienten vor der Galcanezumab-Injektion eine Prämedikation erfolgen soll, liegt im Ermessen des behandelnden Arztes.

Schmerzen an der Injektionsstelle und unerwünschte Ereignisse nach der subkutanen Gabe können variieren, abhängig von den Eigenschaften der Substanz und der zellulären Dynamik an der Injektionsstelle.10 Sicherheitsmaßnahmen bei der subkutanen Injektionen umfassen

  • das Belassen der Medikation bei Raumtemperatur für 30 Minuten vor der Injektion

  • das Waschen der Hände

  • das Reinigen und Trocknen der Injektionsstelle vor der Injektion

  • der Wechsel der Injektionsstellen

  • Keine Injektion in Bereiche mit empfindlicher, verletzter, geröteter oder verhärteter Haut und

  • kein Massieren oder Reiben der Injektionsstelle nach der Injektion.11,12

Anwendungsgebiet

Galcanezumab ist angezeigt zur Migräne-Prophylaxe bei Erwachsenen mit mindestens 4 Migränetagen pro Monat.1

Die empfohlene Dosis beträgt 120 mg Galcanezumab einmal monatlich mittels subkutaner Injektion, wobei die Behandlung mit einer Anfangsdosis von 240 mg (2 Injektionen zu je 120 mg am selben Tag) eingeleitet wird.1

Referenzen

1. Emgality [Fachinformation]. Eli Lilly Nederland B.V., Niederlande.

2. Stauffer VL, Dodick DW, Zhang Q, et al. Evaluation of galcanezumab for the prevention of episodic migraine: The EVOLVE-1 randomized clinical trial. JAMA Neurol. 2018;75(9):1080-1088. http://dx.doi.org/10.1001/jamaneurol.2018.1212

3. Skljarevski V, Matharu M, Millen BA, et al. Efficacy and safety of galcanezumab for the prevention of episodic migraine: Results of the EVOLVE-2 Phase 3 randomized controlled clinical trial. Cephalalgia. 2018;38(8):1442-1454. http://dx.doi.org/10.1177/0333102418779543

4. Detke HC, Goadsby PJ, Wang S, et al. Galcanezumab in chronic migraine: the randomized, double-blind, placebo-controlled REGAIN study. Neurology. 2018;91(24):e2211-e2221. http://dx.doi.org/10.1212/WNL.0000000000006640

5. Camporeale A, Kudrow D, Sides R, et al. A phase 3, long-term, open-label safety study of galcanezumab in patients with migraine. BMC Neurology. 2018;18(1):188. http://dx.doi.org/10.1186/s12883-018-1193-2

6. Stauffer VL, Wang S, Bangs M, et al. Phase 3 safety data from studies comparing galcanezumab and placebo in patients with episodic and chronic migraine. Poster presented at: European Academy of Neurology (EAN) – 4th Congress; June 16-19, 2018; Lisbon, Portugal.

7. Data on file, Eli Lilly and Company and/or one of its subsidiaries.

8. Stauffer VL, Wang S, Carter JN, et al. Evaluation of injection site related adverse events from the phase 3 placebo controlled trials of galcanezumab for migraine prevention. Poster presented at: Migraine Trust International Symposium (MTIS) – 17th Biennial Meeting; September 6-9, 2018; London, United Kingdom.

9. Stauffer VL, Sides R, Kielbasa W, Jin Y. Patient-reported experiences with self-injections using prefilled syringe and autoinjector devices in an open-label, long-term study of galcanezumab in patients with migraine. Poster presented at: American Headache Society (AHS) – 60th Annual Meeting; June 28 – July 1, 2018; San Francisco, CA.

10. Workman B. Safe injection techniques. Nurs Stand. 1999;13(39):47-53. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10497490

11. Ogston-Tuck S. Subcutaneous injection technique: an evidence-based approach. Nurs Stand. 2014;29(3):53-58. http://dx.doi.org/10.7748/ns.29.3.53.e9183

12. Emgality [package insert]. Indianapolis, IN: Eli Lilly and Company; 2018.

Glossar

AE = adverse event, unerwünschtes Ereignis

EAIR = exposure-adjusted incidence rate, Expositions-adjustierte Inzidenzrate

NSAID = nonsteroidal anti-inflammatory drug, nicht-steroidales anti-inflammatorisches Arzneimittel

SAE = serious adverse event, schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis

s.c. = subkutan

TEAE = treatment-emergent adverse event, während der Behandlung aufgetretenes unerwünschtes Ereignis

Datum der letzten Prüfung: 2018 M09 04

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