Emgality® Galcanezumab

Die folgenden Informationen werden als Antwort auf Ihre Anfrage zur Verfügung gestellt und können Informationen über Dosierung, Formulierungen und Bevölkerungsgruppen enthalten, die sich von der Zulassung unterscheiden.

Emgality® (Galcanezumab): Humane vs. humanisierte monoklonale Antikörper

Die gegenwärtige Datenlage legt nahe, dass die Einstufung eines Antikörpers als human oder humanisiert keinen Einfluss auf die allgemeine Wirksamkeit und Sicherheit hat.

Galcanezumab: Ein humanisierter monoklonaler Antikörper

Galcanezumab ist ein humanisierter monoklonaler IgG4-Antikörper, der an Calcitonin Gene-Related Peptide (CGRP) bindet und dessen biologische Aktivität unterbindet.1

Die einem monoklonalen Antikörper zugeordnete Nomenklatur (d. h. human oder humanisiert) ist abhängig von der variablen Region des Immunglobulins. Dies ist der Bereich, der die Spezifität und Affinität eines Antikörpers bestimmt.2 Wenngleich es eine Reihe von Unterschieden zwischen humanen und humanisierten monoklonalen Antikörpern gibt, weist die derzeitige Evidenz darauf hin, dass diese Kennzeichnung keinen messbaren Einfluss auf das Wirksamkeits- und Verträglichkeitsprofil eines bestimmten Arzneimittels hat. Dies spiegelt sich in der aktualisierten Antikörper-Nomenklatur wider, die von der INN-Expertengruppe (International Nonproprietary Names Expert Group) empfohlen wird.3 Ärzte sollten jeden monoklonalen hinsichtlich Verträglichkeit und Wirksamkeit individuell beurteilen.2 

Wie bei allen therapeutischen Proteinen besteht die Möglichkeit immunologischer Reaktionen während einer Behandlung mit Galcanezumab.4

Humane monoklonale Antikörper

Vollständig humane monoklonale Antikörper

  • Die Bildung beginnt entweder mit Phagen-Display-Technologie oder Immunisierung von Tieren2 

  • Die Entwicklung erfolgt in transgenen Mäusen, die mit dem humanen Immunglobulin-Lokus genetisch verändert wurden2  oder

  • Sie können Mutationen aufweisen, die durch bei der Maus stattgefundene somatische Mutationsprozesse eingeführt wurden2 

Humanisierte monoklonale Antikörper

Humanisierte monoklonale Antikörper

  • Die Bildung beginnt mit der Immunisierung von Tieren, meist Mäusen

  • Die Entwicklung erfolgt zunächst in Wildtyp-Mäusen mit nativem Genom, die den Immunglobulin-Lokus der Maus tragen

  • Durch Aufpfropfen der Maus-eigenen variablen Region auf eine humane Antikörper-Sequenz mittels molekular-technischer Methoden wird ein humanisierter monoklonaler Antikörper gebildet.

  • Hierbei können monoklonale Antikörper entstehen, die insgesamt eine hohe Homologie zur humanen Aminosäuresequenz aufweisen, mit Unterschieden, die auf die CDR innerhalb der variablen Region des Antikörpers begrenzt sind.

  • Die Antikörper können spezifisch hergestellt werden, mit einem vollständig humanen Rahmen, ohne aus der Zelllinie stammenden Mutationen in diesen Bereichen2 

Einfluss auf die Verträglichkeit und Wirksamkeit

Die Inzidenz der Bildung von Antikörpern gegen den Wirkstoff lag in den klinischen Studien während des doppelblinden Behandlungszeitraums bei 4,8 % für die Studienteilnehmer, die Galcanezumab einmal monatlich erhielten (bis auf die Antikörper bei einem Patienten hatten die Antikörper aller anderen Patienten neutralisierende Aktivität). Bei 12 Monaten Behandlung mit Galcanezumab entwickelten bis zu 12,5 % der Patienten Antikörper gegen Galcanezumab. Die meisten dieser Antikörper wiesen einen niedrigen Titer auf und waren in vitro nachweislich neutralisierend. Jedoch hatte das Vorhandensein von Antikörpern gegen Galcanezumab keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik, Wirksamkeit oder Verträglichkeit von Galcanezumab.1

Veränderungen in der Homologie der Aminosäuresequenz im Vergleich zu einer humanen Aminosäuresequenz eines entweder vollständig humanen oder humanisierten monoklonalen Antikörpers können zur Entwicklung von Antikörpern gegen den Wirkstoff beitragen und hierbei potentiell die klinische Wirksamkeit begrenzen.2

Monoklonale Antikörper können neutralisierende Antikörper hervorrufen, die die klinische Wirksamkeit reduzieren können. Die Unterscheidung zwischen vollständig humanen und humanisierten monoklonalen Antikörpern hat gemäß Nomenklatur keinen verallgemeinerbaren Einfluss auf die Entwicklung von Antikörpern gegen den Wirkstoff. Eher sind verschiedene intrinsische und extrinsische Faktoren, einschließlich der Aminosäuresequenz eines monoklonalen Antikörpers und andere Faktoren an der Entwicklung von gegen therapeutische Antikörper gerichtete Antikörper beteiligt.2

Anwendungsgebiet

Galcanezumab ist angezeigt zur Migräne-Prophylaxe bei Erwachsenen mit mindestens 4 Migränetagen pro Monat.1

Referenzen

1. Emgality [Fachinformation]. Eli Lilly Nederland B.V., Niederlande.

2. Mallbris L, Davies J, Glasebrook A, et al. Molecular insights into fully human and humanized monoclonal antibodies: what are the differences and should dermatologists care? J Clin Aesthet Dermatol. 2016; 9(7):13-15. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5022998/

3. World Health Organization. Revised monoclonal antibody (mAb) nomenclature scheme. INN Working Doc. 17.416. May 2017. http://www.who.int/medicines/services/inn/Revised_mAb_nomenclature_scheme.pdf?uaD1

4. Data on file, Eli Lilly and Company and/or one of its subsidiaries.

Glossar

CDR =  complementarity determining regions, komplementaritätsbestimmende Regionen

CGRP = Calcitonin Gene-Related Peptide

IgG4 = Immunoglobulin G, Subgruppe 4

Datum der letzten Prüfung: 2020 M04 14

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