Emgality® Galcanezumab

Die folgenden Informationen werden als Antwort auf Ihre Anfrage zur Verfügung gestellt und können Informationen über Dosierung, Formulierungen und Bevölkerungsgruppen enthalten, die sich von der Zulassung unterscheiden.

Emgality® (Galcanezumab): Hepatische Verträglichkeit bei der Migräne-Prophylaxe

Daten aus den doppelblinden Phase-3-Zulassungsstudien zur Migräne-Prophylaxe zeigten keinen klinisch relevanten Einfluss von Emgality auf die hepatische Verträglichkeit.

Weiterführende Informationen

Beschreibung der Ergebnisse

Mittlere Veränderungen bei hepatischen Laborwerten

Klinisch relevante Unterschiede zwischen beiden Galcanezumab-Gruppen und Placebo bezüglich der mittleren Veränderung gegenüber dem Ausgangswert wurden nicht beobachtet bei

  • ALT

  • AST

  • ALP

  • Bilirubin und

  • Kreatinkinase.1

Während der Behandlung beobachtete Abweichungen bei hepatischen Laborwerten

Wie in Tabelle 1. Inzidenz abweichender Leber-Laborwerte zu jeglichem Zeitpunkt während der doppelblinden Behandlungsphase , gezeigt gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen hinsichtlich der Inzidenz abweichender hepatischer Laborwerte zu jeglichem Zeitpunkt während der doppelblinden Behandlungsphase bei allen Werten, ausgenommen ALT ≥5X ULN, und die Häufigkeiten für jede der Abweichungen war <1,0 %.1

Bei Patienten mit abweichenden hepatischen Laborwerten wurden weitere Angaben zu anderen Laborwerten, medizinischer Vorgeschichte, Begleitmedikation und TEAE ausgewertet.1

Insgesamt zeigte sich für Patienten mit abweichenden hepatischen Laborwerten kein Muster, das einen Zusammenhang mit Galcanezumab nahe legt. Alle Ereignisse waren vorübergehend und klinisch nicht signifikant, oder sie standen wahrscheinlich im Zusammenhang mit

  • vorbestehenden Abweichungen

  • anderen medizinischen Situationen (hepatische Steatose, Hepatitis A, muskuloskelettale Schädigung) oder

  • Begleitmedikation mit Acetaminophen/Paracetamol, Naproxen, Metoclopramid, Dexketoprofen und Ibuprofen.

Tabelle 1. Inzidenz abweichender Leber-Laborwerte zu jeglichem Zeitpunkt während der doppelblinden Behandlungsphase1

 

Maximale Kategorie nach Studienbeginn

Behandlungsgruppe

ALT ≥3X ULN

n (%)

ALT ≥5X ULN 

n (%)

ALT ≥10X ULN 

n (%)

AST ≥3X ULN

n (%)

AST ≥5X ULN

n (%)

AST ≥10X ULN

n (%)

ALP ≥2X ULN

n (%)

TBL ≥2X ULN

n (%)

Placebo

7 (0.52)

0 (0)

0 (0)

2 (0.15)

0 (0)

0 (0)

0 (0)

1 (0.07)

GMB 120 mg

4 (0.60)

1 (0.15)

1 (0.15)

1 (0.15)

0 (0)

0 (0)

1 (0.15)

0 (0)

GMB 240 mg

6 (0.88)

3 (0.44)a

0 (0)

4 (0.44)

0 (0)

0 (0)

0 (0)

0 (0)

Abkürzungen: ALP = alkalische Phosphatase; ALT = Alanin-Aminotransferase; AST = Aspartat-Aminotransferase; GMB = Galcanezumab; TBL = total bilirubin, Gesamtbilirubin; X = -fach; ULN = upper limit of normal, Obergrenze des Normalwertes.

a p= 0.015 vs Placebo.

Anmerkung: Die empfohlene Dosis beträgt 120 mg Galcanezumab einmal monatlich mittels subkutaner Injektion, wobei die Behandlung mit einer Anfangsdosis von 240 mg eingeleitet wird.2 Die Ergebnisse einer Erhaltungsdosis 240 mg Galcanezumab einmal monatlich werden hier ebenfalls beschrieben. Wenngleich diese Dosis in den Zulassungsstudien untersucht wurde, ist sie nicht zugelassen und wird daher nicht empfohlen.

TEAE mit Bezug zur hepatischen Verträglichkeit

Die Inzidenz hepatischer TEAE war niedrig über alle Behandlungsgruppen hinweg (<1,0 %), siehe Tabelle 2. Inzidenz von TEAE zu hepatischer Schädigung und Leberfunktion .1 Alle Ereignisse waren nicht-schwerwiegender Natur.

Tabelle 2. Inzidenz von TEAE zu hepatischer Schädigung und Leberfunktion1

TEAEa

Placebo
n (%)

GMB 120 mg
n (%)

GMB 240 mg
n (%)

ALT erhöht

1 (0.07)

1 (0.14)

3 (0.41)

ALP erhöhtb

0 (0)

2 (0.28)c

0 (0)

Aszites

0 (0)

0 (0)

1 (0.14)

AST erhöht

0 (0)

1 (0.14)

1 (0.14)

Leberenzyme erhöht

1 (0.07)

1 (0.14)

2 (0.27)

Hepatische Steatose

2 (0.14)

0 (0)

0 (0)

INR (International normalized ratio) erhöht

0 (0)

0 (0)

1 (0.14)

Abweichender Leberfunktionstest

1 (0.07)

0 (0)

0 (0)

Leberfunktionstest erhöhtb

1 (0.07)

0 (0)

0 (0)

Abkürzungen: ALP = Alkalische Phosphatase; ALT = Alanin-Aminotransferase; AST = Aspartat-Aminotransferase; GMB = Galcanezumab; TEAE = treatment-emergent adverse event, während der Behandlung auftretendes unerwünschtes Ereignis.

a enger bevorzugter Begriff (narrow Scope Preferred Term) sofern nicht anders angegeben.

b erweiterter bevorzugter Begriff (Broad Scope Preferred Term)

c p= .043 vs Placebo.

Anmerkung: Die empfohlene Dosis beträgt 120 mg Galcanezumab einmal monatlich mittels subkutaner Injektion, wobei die Behandlung mit einer Anfangsdosis von 240 mg eingeleitet wird.2 Die Ergebnisse einer Erhaltungsdosis 240 mg Galcanezumab einmal monatlich werden hier ebenfalls beschrieben. Wenngleich diese Dosis in den Zulassungsstudien untersucht wurde, ist sie nicht zugelassen und wird daher nicht empfohlen.

Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse zur hepatischen Verträglichkeit

SAE im Zusammenhang mit hepatischen Laborwerten oder hepatischer Verträglichkeit wurden in den placebokontrollierten Studien zur Migräne-Prophylaxe mit Galcanezumab während der doppelblinden Behandlungsphase nicht berichtet.1

Abbrüche aufgrund unerwünschter Eregnisse zur hepatischen Verträglichkeit

In den placebokontrollierten Phase-3-Studien zur Migräne-Prophylaxe brachen 2 Patienten aufgrund unerwünschter Ereignisse mit Bezug zur hepatischen Verträglichkeit ab (Anstieg von Leberenzymen).1 

Zusätzlich brachen 3 Patienten, die mit Galcanezumab behandelt wurden, die offene Galcanezumab 120 mg Behandlungsphase in der REGAIN Studie aufgrund unerwünschter Ereignisse mit Bezug zur hepatischen Verträglichkeit ab. Die Patienten brachen aufgrund von 

  • erhöhten Leberenzymen (n=2) und

  • erhöhter ALT (n=1) ab.1

Auswertung der Arzneimittel-induzierten schwerwiegenden Hepatotoxizität

Die Auswertung der Hy's Regeln erfolgte in einem Datensatz, der die klinischen Phase-2 und Phase-3-Studien beinhaltete. Die Hy’s Regel ist definiert als die Kombination Arzneimittel-bedingter Anstiege von ALT ≥3X ULN und TBL ≥2X ULN, bei Abwesenheit einer signifikanten Cholestase, ALP <2X ULN und bei Abwesenheit anderer Ursachen der Leberschädigung.1

Bei keinem der mit Galcanezumab oder Placebo behandelten Patienten bestanden hepatische Laborwerte, die die Kriterien der Hy’s Regeln erfüllten.1 

Beschreibung des Datensatzes

Das hepatische Verträglichkeitsprofil von Galcanezumab wurde ausgewertet1anhand der randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Phase-3-Studien bei Erwachsenen zur Prophylaxe der

  • episodischen Migräne (EVOLVE-1 und EVOLVE-2; 6 Monate),3,4 und

  • chronischen Migräne (REGAIN; 3 Monate).5

Die kombinierte Auswertung von 2.886 erwachsenen Patienten beinhaltete insgesamt 1.435 Patienten, die Galcanezumab (120 mg oder 240 mg) subkutan erhalten hatten.6

Die Studien hatten eine Dauer von

  • 6 Monaten für die Prophylaxe bei episodischer Migräne,3,4 und

  • 3 Monaten für die Prophylaxe bei chronischer Migräne, mit einer optionalen, offenen Verlängerungsphase über 9 Monate.5 

Die Mehrzahl der Patienten war weiblich (>80 %) und kaukasischer Abstammung (>75 %), mit einem mittleren Alter von 41 - 42 Jahren.6

Nieren- oder Leberinsuffizienz

Es ist keine Dosisanpassung bei Patienten mit leichter bis mittlerer Nierenfunktionsstörung oder Leberfunktionsstörung erforderlich.2

Es wurden keine spezifischen klinisch-pharmakologischen Studien zur Beurteilung der Auswirkungen von Nierenfunktionsstörungen und Leberfunktionsstörungen auf die Pharmakokinetik von Galcanezumab durchgeführt.2

Die renale Elimination von monoklonalen IgG-Antikörpern ist gering. Außerdem werden monoklonale IgG-Antikörper hauptsächlich über intrazellulären Katabolismus eliminiert. Daher ist nicht zu erwarten, dass eine Leberinsuffizienz die Clearance von Galcanezumab beeinflusst.2

Basierend auf der Populations-Pharmakokinetischen Analyse hatten die Bilirubinkonzentration oder die Cockcroft-Gault Kreatinin-Clearance (Bereich: 24 bis 308 ml/min) keinen relevanten Einfluss auf die berechnete Clearance von Galcanezumab.2

Anwendungsgebiet

Galcanezumab ist angezeigt zur Migräne-Prophylaxe bei Erwachsenen mit mindestens 4 Migränetagen pro Monat.2

Die empfohlene Dosis beträgt 120 mg Galcanezumab einmal monatlich mittels subkutaner Injektion, wobei die Behandlung mit einer Anfangsdosis von 240 mg (2 Injektionen zu je 120 mg am selben Tag) eingeleitet wird.2

Referenzen

1. Data on file, Eli Lilly and Company and/or one of its subsidiaries.

2. Emgality [Fachinformation]. Eli Lilly Nederland B.V., Niederlande.

3. Stauffer VL, Dodick DW, Zhang Q, et al. Evaluation of galcanezumab for the prevention of episodic migraine: The EVOLVE-1 randomized clinical trial. JAMA Neurol. 2018;75(9):1080-1088. http://dx.doi.org/10.1001/jamaneurol.2018.1212

4. Skljarevski V, Matharu M, Millen BA, et al. Efficacy and safety of galcanezumab for the prevention of episodic migraine: Results of the EVOLVE-2 Phase 3 randomized controlled clinical trial. Cephalalgia. 2018;38(8):1442-1454. http://dx.doi.org/10.1177/0333102418779543

5. Detke HC, Goadsby PJ, Wang S, et al. Galcanezumab in chronic migraine: the randomized, double-blind, placebo-controlled REGAIN study. Neurology. 2018;91(24):e2211-e2221. http://dx.doi.org/10.1212/WNL.0000000000006640

6. Stauffer VL, Wang S, Bangs M, et al. Phase 3 safety data from studies comparing galcanezumab and placebo in patients with episodic and chronic migraine. Poster presented at: European Academy of Neurology (EAN) – 4th Congress; June 16-19, 2018; Lisbon, Portugal.

Glossar

AE = adverse event, unerwünschtes Ereignis

ALP = alkalische Phosphatase

ALT = Alanin-Aminotransferase

AST = Aspartat-Aminotransferase

SAE = serious adverse event, schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis

TBL = total bilirubin, Gesamtbilirubin

TEAE = treatment-emergent adverse event, während der Behandlung aufgetretenes unerwünschtes Ereignis

ULN = upper limit of normal, Obergrenze des Normalwertes

Datum der letzten Prüfung: 2019 M02 13


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