Emgality® Galcanezumab

Die folgenden Informationen werden als Antwort auf Ihre Anfrage zur Verfügung gestellt und können Informationen über Dosierung, Formulierungen und Bevölkerungsgruppen enthalten, die sich von der Zulassung unterscheiden.

Emgality® (Galcanezumab): Anwendung während Schwangerschaft und Stillzeit

Als Vorsichtsmaßnahme sollte die Anwendung von Galcanezumab während der Schwangerschaft möglichst vermieden werden.

Informationen aus der Fachinformation

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Es liegen nur eingeschränkte Daten zur Anwendung von Galcanezumab bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien zeigten keine direkten oder indirekten schädlichen Wirkungen in Hinblick auf die Reproduktionstoxizität.1

Es ist bekannt, dass humanes Immunglobulin (IgG) die Plazentaschranke passiert. Als Vorsichtsmaßnahme sollte die Anwendung von Galcanezumab während der Schwangerschaft möglichst vermieden werden.1

Es ist nicht bekannt, ob Galcanezumab in die menschliche Muttermilch übergeht. Humanes IgG geht bekanntlich in den ersten Tagen nach der Geburt in die Muttermilch über. Kurz danach sinkt diese Konzentration auf einen niedrigen Spiegel ab. Deshalb kann ein Risiko während dieser Zeitspanne für das gestillte Kind nicht ausgeschlossen werden. Falls es klinisch notwendig sein sollte, könnte danach die Anwendung von Galcanezumab während der Stillzeit in Betracht gezogen werden.1

Die Auswirkung von Galcanezumab auf die humane Fertilität wurde nicht untersucht. Tierexperimentelle Studien haben keine negativen Auswirkungen auf die männliche und weibliche Fertilität gezeigt.1

Präklinische Daten

Bei Ratten, denen Galcanezumab verabreicht wurde (circa 4- bis 20-fache Exposition gegenüber einer humanen Dosis von 240 mg), wurden keine Auswirkungen auf Fertilitätsparameter wie Östruszyklus, Spermienanalyse oder Paarung und Fruchtbarkeit beobachtet. In einer Studie zur männlichen Fertilität war das Gewicht des rechten Hodens bei Gabe einer vierfach höheren Dosis im Vergleich zur humanen Dosis von 240 mg signifikant reduziert.1

Am 20. Gestationstag kam es bei Ratten in der embryofetalen Toxizitätsentwicklungsstudie mit einer 20-fachen Exposition gegenüber der humanen Dosis von 240 mg zu einer Erhöhung der Anzahl von Föten und Würfen mit kurzen Rippen und zu einer Abnahme der mittleren Anzahl von verknöcherten Schwanzwirbeln. Diese Befunde wurden erhoben ohne Hinweise auf maternale Toxizität und wurden als mit Galcanezumab in Verbindung stehend, jedoch nicht als nachteilig angesehen.1

Am 29. Gestationstag wurde in der embryofetalen Toxizitätsentwicklungsstudie an Kaninchen eine Schädelanomalie bei einem männlichen Fötus von einer mit Galcanezumab behandelten Mutter bei einer Exposition von etwa dem 33-fachen der humanen Dosis von 240 mg gefunden.1

Die empfohlene Dosis beträgt 120 mg Galcanezumab einmal monatlich mittels subkutaner Injektion, wobei die Behandlung mit einer Anfangsdosis von 240 mg eingeleitet wird.1 Zu beachten ist, dass die Ergebnisse einer Erhaltungsdosis von 240 mg Galcanezumab einmal monatlich hier ebenfalls beschrieben. Wenngleich diese Dosis in den Zulassungsstudien untersucht wurde, ist diese Dosis nicht zugelassen und wird daher nicht empfohlen.

Zusammenfassung der Schwangerschaften in den klinischen Studien zur Migräne-Prophylaxe

Migräne-Prophylaxe: Ein- und Ausschlusskriterien hinsichtlich Schwangerschaft und Stillzeit

Die Wirkungen von Galcanezumab auf die Entwicklung des Fötus bei Menschen sind nicht bekannt. Es galt ein Studienausschluss für

  • schwangere und

  • stillende Frauen.2

Fortpflanzungsfähige Frauen und Männer mussten während der Studien und bis 5 Monate nach der letzten Anwendung eine wirksame Verhütungsmethode anwenden. Schwangerschaft war ein Kriterium für eine dauerhafte Beendigung der Teilnahme an den Galcanezumab-Studien.2

Maternale Galcanezumab-Exposition in den Studien zur Migräne-Prophylaxe

Bis zum 04. September 2018 waren 21 Frauen (gesamte Exposition bei Frauen: N=2183), die gegenüber Galcanezumab exponiert waren, im Verlauf der Phase-3-Studien zur Migräne-Prophylaxe schwanger geworden.Tabelle 1. Zusammenfassung der Schwangerschaften von Müttern mit Galcanezumab-Exposition in den Studien zur Migräne-Prophylaxe fasst die Ergebnisse dieser Schwangerschaften zusammen.2

Normales Ergebnis

Zehn Babys wurden ausgetragen, ohne Hinweise auf unerwünschte Wirkungen auf den Fötus (normales Ergebnis).2

Eines der zehn Babys 

  • wurde von einer Mutter mit Gestationsdiabetes geboren

  • kam in der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt und

  • zeigte postpartum einen niedrigen Blutglukosewert, der ohne weitere Komplikationen wiederhergestellt wurde.2

Frühgeburt

Zwei Schwangerschaften führten zu einer Frühgeburt aufgrund von Präeklampsie.2

Ein Baby

  • wurde nach 34 Wochen und 5 Tagen Schwangerschaft per Kaiserschnitt entbunden und

  • hatte keine Komplikationen.2

Der erhöhte Blutdruck der Mutter hielt nach der Geburt nicht an.2

Das zweite Baby 

  • wurde per Kaiserschnitt in der 31. Woche entbunden,

  • in der neonatalen Intensivstation behandelt,

  • hat sich ohne Komplikationen entwickelt und 

  • wurde ohne offensichtliche Langzeiteffekte oder weitere Behandlungen entlassen.2

Die Mutter erhohlte sich ohne Komplikationen.2

Abort

Drei Schwangerschaften führten zu einem Abort, darunter

  • ein Spontanabort, der direkt nach einem Angriff während einer häuslichen Auseinandersetzung auftrat,

  • eine Patientin im fortgeschrittenen mütterlichen Alter (41 Jahre) und 

  • ein verhaltener Abort, bei dem ein mögliches Abortivei bei einer Patientin mit einer Vorgeschichte von Rauchen und 2 vorherigen gescheiterten Schwangerschaften vermutet wird.2

Andere

Fünf Patientinnen waren Lost to follow-up und eine Schwangerschaft wurde elektiv abgebrochen.2

Tabelle 1. Zusammenfassung der Schwangerschaften von Müttern mit Galcanezumab-Exposition in den Studien zur Migräne-Prophylaxe2

Ergebnis

Anzahl Ereignisse (n)

Prozentualer Anteil (%) im Verhältnis zu den Galcanezumab-exponierten Frauena

Normales Ergebnis

10

0.46

Frühgeburt

2

0.09

Spontanabort (n=2);

verhaltener Abort (n=1)

3

0.14

Elektiver Abbruch

1

0.05

Unbekannt oder Lost to follow-up

5

0.23

Gesamtexposition über die Mutter

21

0.96%

Abkürzungen: n=Anzahl der Patienten innerhalb einer spezifischen Kategorie.

a Gesamte Exposition bei Frauen = 2183

Paternale Galcanezumab-Exposition in den Studien zur Migräne-Prophylaxe

Bei 2 Schwangerschaften war der männlich Partner im Rahmen der Studienteilnahme gegenüber Galcanezumab exponiert (Tabelle 2. Zusammenfassung der Schwagerschaften: Fötale Exposition über Galcanezumab-exponierte Väter in den klinischen Studien zur Migräne-Prophylaxe ).2

Von den 2 Schwangerschaften

  • wurde eine bis zum Ende ausgetragen, das Kind zeigte bei Geburt eine kongenitale Ankyloglossie. Während der Schwangerschaft berichtete die Mutter über Schwangerschaftshochdruck (ohne Anwendung einer Therapie), geringfügige Insertion der Nabelschnur (keine Komplikationen bei der Entbindung) und eine vasopressive Synkope ohne Therapie oder bleibende Spätfolgen.

  • wurde eine mit normalem Ergebnis ausgetragen.2

Tabelle 2. Zusammenfassung der Schwagerschaften: Fötale Exposition über Galcanezumab-exponierte Väter in den klinischen Studien zur Migräne-Prophylaxe2

Ergebnis

Anzahl Ereignisse

Normales Ergebnis

1

Exposition über den Vater (Kind mit Ankyloglossie)a

1

Frühgeburt

0

Spontanabort (n=0); Fehlgeburt bei der Partnerin (n=0)

0

Elektiver Abbruch

0

Unbekannt oder Lost to follow-up

0

Ergebnis ausstehend

0

Gesamtexposition über den Vater

2

Abkürzungen: n=Anzahl der Patienten innerhalb einer spezifischen Kategorie.

a Gesamte Exposition bei Frauen = 2183.

Stillzeit

Es liegen keine Daten vor

  • zur Anwesenheit von Galcanezumab in der menschlichen Muttermilch

  • zu den Wirkungen auf das gestillte Kind oder

  • den Wirkungen auf die Milchproduktion2

Effekt auf die Fertilität

Adäquate Daten zum Effekt auf die Fertilität in Galcanezumab-exponierten Menschen stehen nicht zur Verfügung, da fortpflanzungsfähige Männer und Frauen eine wirksame Verhütungsmethode während der Studien anwenden mussten (siehe Migräne-Prophylaxe: Ein- und Ausschlusskriterien hinsichtlich Schwangerschaft und Stillzeit).2

Galcanezumab wurde männlichen und weiblichen Ratten mit subkutanen Dosen von bis zu 250 mg/kg vor und während der Paarung (entspricht einer Exposition von 4 bis 20mal der MRHD von 240 mg) injiziert. Es wurden keine unerwünschten Effekte auf Fertilitäsparameter beobachtet, wie

  • Reproduktionsorgane

  • Östrogenzyklus

  • Spermien Analyse

  • Paarung, oder

  • Fertilität.2

Zu beachten ist dass eine Erhaltungsdosis von 240 mg Galcanezumab einmal im Monat nicht zugelassen ist und daher nicht empfohlen wird. 

Referenzen

1. Emgality [Fachinformation]. Eli Lilly Nederland B.V., Niederlande.

2. Data on file, Eli Lilly and Company and/or one of its subsidiaries.

Glossar

MRHD = maximum recommended human dose, maximale empfohlene Dosis in Menschen

Datum der letzten Prüfung: 2019 M02 26

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