Baqsimi® (Glucagon-Nasenpulver)

Die folgenden Informationen werden als Antwort auf Ihre Anfrage zur Verfügung gestellt und können Informationen über Dosierung, Formulierungen und Bevölkerungsgruppen enthalten, die sich von der Zulassung unterscheiden.

Baqsimi® (Glucagon-Nasenpulver): Arzneimittelwechselwirkungen

Bei der Verabreichung von Glucagon-Nasenpulver an Patienten, die Betablocker, Indometacin oder Warfarin einnehmen, ist Vorsicht geboten.

Detaillierte Informationen

Es wurden keine Wechselwirkungsstudien durchgeführt.1

Teilnehmer, die täglich systemische Betablocker, Indometacin, Warfarin oder anticholinerge Medikamente einnahmen, wurden von den Zulassungsstudien für Erwachsene ausgeschlossen.2

Arzneimittelwechselwirkungen mit Glucagon

Betablocker

Bei Patienten, die Beta-Blocker einnehmen, könnte ein stärkerer Anstieg von Puls und Blutdruck auftreten, der aufgrund der kurzen Halbwertszeit von Glucagon vorübergehend ist.1

Eine Behandlung mit Glucagon resultiert in einer Katecholamin-Ausschüttung der Nebennieren; eine gleichzeitige Anwendung von Beta-Blockern könnte zu einer ungehinderten alpha-adrenergen Stimulation und folglich zu einem stärkeren Anstieg des Blutdrucks führen.1

In einem Review wurden die hämodynamischen Wirkungen von injizierbarem Glucagon in 24 Studien am Menschen bewertet.3 

Die ausgewerteten Studien hatten einige Einschränkungen, da sie 

  • nicht randomisiert waren

  • nicht verblindet waren

  • keine Kontrollgruppe hatten und 

  • sich hauptsächlich auf Patienten mit bereits bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen bezogen.3

Im Review wurde festgestellt, dass die Auswirkungen von Glucagon auf den Blutdruck, wenn sie sich zeigten, sofort und kurzzeitig waren, mit einer maximalen Wirkung bei 2 bis 5 Minuten und einer Dauer von weniger als 25 Minuten.3

In 18 Studien wurde über Blutdruckänderungen als Reaktion auf einen Glucagon-Bolus berichtet. In 11 Studien lag der beobachtete mittlere arterielle Druckanstieg nach Erhalt eines Glucagon-Bolus zwischen 5 % und 18 %. Andere Studien berichteten über keine Auswirkungen auf den Blutdruck nach einem Glucagon-Bolus.3

Indometacin

Bei gleichzeitiger Anwendung mit Indometacin kann Glucagon seine Fähigkeit, den Blutglucosespiegel zu erhöhen, verlieren oder sogar eine Hypoglykämie verursachen.1

Indometacin ist ein Inhibitor der Prostaglandinsynthese und kann nachweislich die Glucose-stimulierte Insulinausschüttung potenzieren. Darüber hinaus kann Indometacin die glykämische Reaktion auf Glucagon abschwächen.4

Warfarin

Glucagon kann die gerinnungshemmende Wirkung von Warfarin verstärken.1

24 Patienten unter Warfarin-Therapie wurden wegen myokardialen Kontraktionsversagens mit täglichen Dosen von 2 bis 96 mg Glucagon behandelt. 8 Patienten mit einer Glucagon-Behandlungsdauer von 3 oder mehr Tagen und mit Gesamtglucagon-Dosen von 62 bis 362 mg zeigten überhöhte hypoprothrombinämische Wirkungen von Warfarin. Mögliche Mechanismen sind

  • eine Erhöhung der Affinität von Warfarin für seine Rezeptorstellen oder

  • hohe Dosen von Glucagon, die synergistisch mit dem Antikoagulans wirken, welches die hepatische Synthese von Vitamin-K-Gerinnungsfaktoren unterdrückt.5

Bei Patienten, die kein Warfarin erhalten, verlängert das Glucagon die Prothrombinzeit nicht signifikant.5

Referenzen

1. Baqsimi [Fachinformation]. Eli Lilly Nederland B.V., Niederlande

2. Data on file, Eli Lilly and Company and/or one of its subsidiaries.

3. Petersen KM, Bogevig S, Holst JJ, et al. Hemodynamic effects of glucagon: a literature review. J Clin Endocrinol Metab. 2018;103(5):1804-1812. http://dx.doi.org/10.1210/jc.2018-00050

4. Miller JD, Ganguli S, Sperling MA. Prostaglandin synthesis inhibitors impair hepatic glucose production in response to glucagon and epinephrine stimulation. Diabetes. 1983;32(5):439-444. https://doi.org/10.2337/diab.32.5.439

5. Koch-Weser J. Potentiation by glucagon of the hypoprothrombinemic action of warfarin. Ann Intern Med. 1970;72(3):331-335. https://doi.org/10.7326/0003-4819-72-3-331

Datum der letzten Prüfung: 2019 M08 30

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